Renggli’s Top Ten

Very British, indeed!

Die Engländer sind ein merkwürdiges Volk. Sie wohnen auf einer Insel, essen Erdbeeren im Nieselregen, feiern einen Lattenschuss als grössten sportlichen Erfolg und stehen fürs Leben gerne Schlange. Hier die wichtigsten Verhaltensregeln für ein sorgenfreies Olympia-Abenteuer.
  1. Drängle Dich niemals vor! Ungeduld und Unhöflichkeit können in Grossbritannien zum Landesverweis führen. Für Neuankömmlinge gilt ein einfacher Grundsatz: Ab zwei Personen wird sofort eine Schlange (Queue) gebildet.
     
  2. Nimms mit Humor. Egal, ob die U-Bahn schlapp macht, ein Vulkanausbruch in Island den Flugverkehr lahmlegt oder die englische Fussball-Nationalmannschaft wieder einmal gegen Deutschland im Penaltyschiessen verliert – der Brite erträgt sein Schicksal mit Humor und Selbstironie.
     
  3. Bewahre Bierruhe. Englischer Gerstensaft ist abgestanden, warm schaum- und geschmacklos. Freunde der deutschen oder tschechischen Braukunst rümpfen ob der Pub-Pfützen schnöde die Nase. Doch es gilt Ruhe zu bewahren. Spätestens nach dem dritten Pint wird alles besser.
     
  4. Milk in first! Beim Teetrinken trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer zur Tea-time (um 5 Uhr PM) nicht in ein Fettnäpfchen treten will, giesst zuerst die Milch in den Cup.
     
  5. Schaue nach rechts! Wer in England nicht schon nach ein paar Schritten in die Unfallstatistik eingehen will, beachtet beim Überqueren der Strasse unbedingt folgende Regel: Schaue immer in die (gefühlt) falsche Richtung. Grossbritannien ist eines von 62 Ländern, das eisern am Linksverkehr festhält.
     
  6. Nerv dich nicht über Cricket. Grossbritannien ist eine Insel – vor allem, wenn es um sportliche Dinge geht. In (für Kontinentaleuropäer) relevanten Sportarten kommen Briten in der Regel einen Schritt zu spät – oder warten seit 1966 auf einen WM-Titel. In ihren eigenen Disziplinen sind sie aber kaum zu schlagen: Rugby, Darts, Polo, Snooker, Bridge – und Cricket. Um die Regeln des englischen Nationalsports zu verstehen, braucht es allerdings einen höheren Universitätsabschluss und viel Geduld: Ein Spiel dauert fünf Tage. Cricket ist der einzige Sport, in dem Tee- und Lunch-Pausen reglementarisch festgeschrieben sind. 
     
  7. Mache gute Miene zum schlechten Wetter. Grossbritannien ist nicht bekannt für sein gutes Wetter. Doch sobald sich ein einzelner Sonnenstrahl auf die Insel senkt, bricht ein kollektives Sommergefühl aus – mit entsprechend textilen Folgeerscheinungen. Dies führt unweigerlich zur landestypischen Rotfärbung der Haut.
     
  8. No Football-Colours. Fussball ist der mit Abstand beliebteste Sport in England – und (neben dem Wetter) die einfachste Art, mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu treten. Trotzdem halten sich viele Pubs freiwillig aus der Diskussion – und verbieten ihren Gästen das Tragen von Fussball-Trikots («No Football-Colours»). Allein in London gibt es 13 Klubs im Profifussball - und damit ausreichend Stoff für Knatsch und Zoff.
     
  9. Küsse nie überstürzt! Der simple Handschlag ist in Grossbritannien die innigste Form der Begrüssung. Umarmungen oder gar Küsse sind engen Freunden vorbehalten – wenn überhaupt. Drei Küsschen, wie sie in der Schweiz fast schon inflationär verteilt werden, führen in London zu Irritation und Missverständnis.
     
  10. Vorsicht mit der Königin. In England existieren viele skurrile Gesetzte. Eines davon betrifft den Umgang mit royalen Abbildungen. Briefmarken, die das Konterfei eines Mitglieds des Königshauses tragen, dürfen nicht verkehrt herum aufgeklebt werden. Dies ist in England streng verboten. Es erfüllt den Tatbestand des Verrats.