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Sale, pepe e pomodoro

Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

Vegetarier? Oder Fleisch von Kühen, die weniger rülpsen?

Wie oft darf man Fleisch essen? Woher soll dieses stammen? Und wie wird es produziert? Diese grosse Diskussion geht in eine neue Runde. Gerade wurde in Zürich Fleisch von «klimafreundlichen Kühen» vorgestellt. Diese sollen deutlich weniger Methan-Emissionen erzeugen.

14. März, Restaurant «Le Chef» in Zürich. Ich bin erstaunt, wie wenig Blogger den Weg ins Restaurant von Meta Hiltebrand, 34, an der Kanonengasse gefunden haben. Die meisten Gäste am «klimafreundlichen Mittagessen» schreiben für grosse Medien, Landwirtschaftszeitungen oder kommen aus der Wissenschaft. Ich brauche einen Moment um zu verstehen, worum es hier wirklich geht. Und ich bin mir nach wie vor nicht wirklich sicher, wie gut ich die Idee finde.

Meta Hiltebrand
© Tobias Stahel

Köchin Meta Hiltebrand: Wie nicht anders erwartet, schmeckt das Mittagessen wirklich lecker.

Vorgestellt wird heute «Mootral», ein Futtermittelzusatz des Schweizer Biotechnologie-Unternehmens Zaluvida, bestehend aus Knoblauch und Zitrusextrakten, das den Methanausstoss von Kühen um mindestens 30 Prozent reduzieren soll. 

Dass sich am Fleischkonsum der Menschen vieles ändern muss und zwar ziemlich schnell, ist wohl hoffentlich den meisten von uns bewusst. Rund ein Fünftel des Treibhauseffekts wird dem Methan zugeschrieben. Zur Erinnerung: Methan ist ein Treibhausgas, das die Erderwärmung fördert und unter anderem von Kühen beim Rülpsen freigesetzt wird. Wenn man bedenkt, dass eine Kuh rund alle 40 Sekunden rülpst und so pro Tag mehrere Hundert Liter Methangas freisetzt, wird klar, wie gross hier der Einfluss auf die Umwelt ist. Forscher sagen, dass rund ein Drittel der von Menschen verursachten Methan-Emissionen aus der Viehzucht stammt.

Kühe
© Keystone

Kühe im Appenzellerland: Forscher sagen, dass rund ein Drittel der von Menschen verursachten Methan-Emissionen aus der Viehzucht stammt.

Zurück zu unserem Lunch. Wie nicht anders von Meta erwartet, schmeckt das Mittagessen wirklich lecker. Serviert werden einfache Gerichte, bei denen der Eigengeschmack des Fleischs gut zur Geltung kommt – und der ist super: Keine Spur von Knoblauch- oder Zitrusgeschmack. Womit ich persönlich noch Mühe habe, ist der Denkansatz: Ist es nicht besser und logischer, den Fleischkonsum zu drosseln, anstatt weiter wie bis anhin zu viele tierische Produkte zu futtern, dabei aber ein besseres Gewissen zu haben? Und könnte dieses gute Gewissen gar dazu führen, dass wieder mehr Fleisch gegessen wird? 

Grundsätzlich ist ja alles, was der Natur hilft, erstrebenswert. Ob dies jedoch der richtige Weg ist? Ich werde die Mootral-Sache definitiv im Auge behalten und bin gespannt, ob sich die Vision der Produzenten durchsetzen wird.