Sale, pepe e pomodoro

Sale, pepe e pomodoro

Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

Proteine à gogo und andere Foodtrends

Was ist 2017 essenstechnisch im Trend? Foodbloggerin Zoe Torinesi hat sich schlau gemacht und zusammengetragen, was dieses Jahr unbedingt auf den Tisch muss.
Kamut kochen Gluten Rezepte Pasta Spaghetti
© iStock

Pasta aus Kamut könnte dieses Jahr eine echte Alternative für die herkömmliche Pasta werden. 

Vor so ziemlich genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle die Foodtrends 2016 vorgestellt. Damals schrieb ich über den Beginn der Kimchi-, Açaì- und Seetang-Ära. Als Foodbloggerin interessiere ich mich natürlich sehr dafür, was essenstechnisch in Zukunft in sein wird und verschlinge zukunftsweisende Artikel wie der Hund das Wienerli. 2017 ist das Ganze aber nicht so einfach. Experten sind sich in Sachen Trends in nielem uneinig und geben eher vage Prognosen ab. Abgesehen davon sind Aussagen über kommende Trends ja oft auch einfach Vermutungen, die dann entweder eintreffen oder halt eben nicht.

Was für 2017 aber fest steht: bewusst essen ist den Menschen wichtig. Das Land der Stunde: Mexiko! Was 2016 die Philippinen und Korea waren, ist laut Andrin C. Willi, Chefredaktor des «Marmite»-Magazins, 2017 Mexiko. Die mexikanische Küche hat schon länger einen Siegeszug durch die Welt angetreten und der Trend soll sich 2017 noch intensivieren. Aber Achtung, ich spreche hier nicht von Fajitas, Chili Con Carne & Co. - die werden oft fälschlicherweise Mexiko zugeordnet, gehören jedoch zur kalifornischen Tex-Mex-Küche -, sondern von authentischen Gerichten wie «Tacos de Tinga de Res» (Tacos aus gezupftem Rindfleisch), Mole (landestypische Saucen), «Escamoles» (Ameisenlarven!) oder Kaktussprossen. Auch Japan und Portugal sollen dieses Jahr essenstechnisch vermehrt im Fokus stehen.

Handarbeit

«Die Menschen wollen immer mehr wissen, wie ihr Essen hergestellt wird», so Andrin C. Willi. Handarbeit sei gerade sehr gefragt. Dem Fleischer wird zugeschaut, wie er das Riesen-Steak verarbeitet, das kurz danach auf dem Teller landet, und regionaler Food aus Kleinproduktion komme bei den Konsumenten extrem gut an. Warum Spargeln aus Peru einkaufen, wenn es sie auch made in Switzerland aus dem Wallis gibt? Ein persönliches Beispiel ist das Granola der Zürcher «Tiny Factory», das ich gerade entdeckt habe. Teuer wie Gold zwar, weil eben in kleinen Mengen, aus hochwertigen Rohstoffen und von Hand hergestellt. Das Geld gebe ich für die Top-Qualität aber gerne aus und unterstütze dabei noch eine kleine lokale Firma, der ich definitiv mehr vertraue als einem internationalen Grosskonzern.

Proteine, Proteine, Proteine...

Vegane Proteinerzeugnisse aus Weizengras oder anderen natürlichen Rohstoffen sind gerade genau so angesagt wie zum Beispiel Joghurts oder Müslis, die besonders viel Eiweiss enthalten. Dominique Rinderknecht ist schon im Sommer 2016 auf diesen Trendzug aufgesprungen und hat mir damals in einem Videotutorial gezeigt, wie sie ihren Power-Protein-Smoothie zubereitet. Die Protein-Welle hat meiner Meinung nach auch mit einem veränderten Schönheitsideal der Frau zu tun: Eiweiss unterstützt unter anderem den Muskelaufbau, und Frauenkörper gelten heute als schön, wenn sie gesund, stark und straff aussehen, einfach nur noch extrem dünn zu sein, ist (zum Glück) bei der grossen Masse nicht mehr so erstrebenswert.

Helden der Küche

Uns ist offenbar immer wichtiger, was unser Essen «kann». Man ist besser darüber informiert, wie Inhaltsstoffe auf den Körper wirken und isst (oder trinkt) mit Freude Foods, die dem Körper gut tun. Beispiele: Broccoli (Krebs hemmend, vitaminreich, reich an Antioxidantien), Weizengras (die Liste an gesunden Nährstoffen ist ellenlang), Ingwer (entzündungshemmend, kurbelt die Verdauung an).

Neuartige Pasta

Als halbe Italienerin bin ich, was Pasta anbelangt, extrem heikel. Deshalb wird das Original aus Hartweizen für mich immer das einzig Wahre bleiben. Heuer werden Pasta-Alternativen aus Kamut, Quinoa oder Edamame aber hoch gehandelt. An einer veganen Messe habe ich letztere zum ersten Mal probiert. «Edamama» heissen die grünen Nudeln, die weniger Kohlenhydrate als herkömmliche Pasta enthalten, dafür mehr Proteine und Ballaststoffe haben und dabei glutenfrei sind. Mit einem selbergemachten Pesto haben die Dinger überraschend gut geschmeckt. Ein weiterer Trend: Zoodels - Spaghetti, die aus frischem Gemüse gedreht werden.

Vegetable Love

Last but not least wird Gemüse immer beliebter. Auf Pinterest steigen die Suchanfragen für Gemüse enorm an, gleichzeitig werden Begriffe wie «Stroganoff» oder «Lasagne» weniger eingegeben. Ausserdem soll farbiges Gemüse wie violetter Blumenkohl oder roter Mais 2017 total hip werden. Wir können gespannt sein, was da noch alles auf unseren Tellern landen wird.

E Guete!