Sale, pepe e pomodoro

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Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

11 Tipps gegen Lebensmittel-Verschwendung

Tagtäglich landen Unmengen an noch geniessbaren Lebensmitteln im Müll. Das muss nicht sein, findet Bloggerin Zoe Torinesi. Ihre Vorschläge für einen bewussteren Umgang mit unserer Nahrung.
Food Waste Schweiz Abfall Lebensmittel Verschwendung Müll
© Getty Images

Lebensmittel wegschmeissen - das muss nicht sein.

Das Brot ist plötzlich steinhart, die Joghurts schmeisst man lieber weg, als sich vielleicht irgendwelche Bakterien einzuverleiben, die Wurst hat bereits eklige braune Ränder - und schwupps, landet alles im Mülleimer. Man ist sich der Verschwendung zwar bewusst und trotzdem passierts immer wieder. Kürzlich habe ich einen super Dokumentarfilm zum Thema Foodwaste gesehen und war echt froh darum - seitdem habe ich bei mir zu Hause einiges verändert und konnte die Mengen an verschwendetem Essen markant verringern.

Folgend habe ich einige Tipps zusammengestellt, einige stammen von mir, andere von Cookinesi-Usern. Manche Tricks machen sogar richtig Spass, es ist doch toll, ein feines Nachtessen aus Ingredienzien zu zaubern, die sonst im Eimer gelandet wären. Bevor wir zum positiven Teil, nämlich zu den Müll-Spar-Tipps kommen, hier einige Fakten zur traurigen Lage in Sachen Foodwaste:

  • 1/3 der weltweit produzierten Lebensmittel landen im Müll.
  • Zwei von drei Kartoffeln werden weggeschmissen - oft einzig, weil ihr Aussehen nicht der Norm entspricht.
  • Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der USA (FAO) zeigt in einer Studie auf, dass pro Jahr so viel Wasser für weggeworfenes Essen verschwendet wird, dass damit drei Mal der Genfersee gefüllt werden könnte.
  • Ressourcenverschwendung hört leider nicht dort auf, wo Produkte im Müll landen. Abfall könnte nämlich wunderbar in Energie umgewandelt werden, wenn er denn richtig verwertet würde. Riesige Müllhalden, die nur vor sich hinstinken, produzieren viel Methan, was enorm schädlich für die Umwelt ist.
  • Positiv ist hingegen das immer grössere Bewusstsein der Menschen zu diesem Thema. Coop zum Beispiel spendet viele Lebensmittel an karitative Organisationen und für Menschen ungeniessbare Produkte werden an Tiere verfüttert. Zudem bietet Coop unter dem Label «Ünique» Gemüse und Früchte an, deren Formen zwar nicht der Norm entsprechen, aber gleich gut schmecken wie herkömmliches Gemüse im Regal.


Und nun einige hilfreiche Tipps, wie Foodwaste minimiert werden kann:

  1. Vor dem Einkaufen in den Kühlschrank schauen, eine Bestandsaufnahme machen und überlegen: Was ist noch da, was könnte ich damit kochen?
  2. Eine Einkaufsliste machen oder die App «Bring!» downloaden, die auch super für Mehrpersonenhaushalte funktioniert. Jemand erstellt eine Einkaufsliste, streicht die bereits gekauften Produkte wieder aus der digitalen Liste und shared sie mit dem Mitbewohner - doppelt eingekaufte Milch gehört somit der Vergangenheit an.
  3. Nie hungrig einkaufen! Wer schon einmal mit Kohldampf durch die Supermarktregale gegangen ist, weiss, mit wie viel man nach Hause kommt!
  4. Kühlschrank sortieren! Ältere Sachen kommen nach vorne, die noch lange haltbaren nach hinten.
  5. Auf Convenience Food verzichten. Abgepackte Rüeblisticks, Fertigpizzen oder Apfelschnitze verursachen, bis sie in der Packung landen, viel Abfall. Besser den Bio-Apfel selber schneiden. Ist doch auch irgendwie ekelig das vorgefertigte Zeug.
  6. Ich habe immer viel Früchte und Gemüse im Kühlschrank. Aus Gemüseresten lassen sich wunderbare Gemüsegratins oder -suppen zaubern. Auch Omeletten eignen sich perfekt zur Resteverwertung!
  7. Einfrieren heisst das Zauberwörtchen! Fleisch, Brot, Gemüse, Früchte - alles Mögliche kann eingefroren und dann wieder aufgetaut werden. Beispiel Bananen: Sobald die etwas zu reif aussehen, schneide ich sie in Scheiben und friere sie ein. So habe ich immer Früchte und Gemüse für frische Smoothies bereit!
  8. Im Supermarkt nach herabgesetzten Produkten suchen. Oft gibt es Gemüse oder Brot zum halben Preis, das am selben oder nächsten Tag gegessen noch wunderbar schmeckt!
  9. Sich vom Mindesthaltbarkeitsdatum nicht ins Bockshorn jagen lassen. Joghurts sind meistens mehrere Tage nach Ablaufdatum noch absolut geniessbar, Zucker sogar mehrere Jahre. Produkt anschauen, daran riechen und ein wenig probieren, bevor man es wegschmeisst.
  10. Äpfel nicht neben anderen Früchten lagern, sie strömen Ethylen aus, ein Gas, das den Reifeprozess von anderen Früchten beschleunigt.
  11. Mehr Wein trinken. Ihr kennt den Spruch: Save water - drink wine


Mehr Tipps in Sachen Foodwaste gibt es auf foodwaste.ch

Video: So können Gschwellti oder Raclette-Kartoffeln verwertet werden:

Im Dossier: Alle «Sale, pepe e pomodoro»-Beiträge von Zoe Torinesi