Sale, pepe e pomodoro

Sale, pepe e pomodoro

Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

Die 5 schrägsten Food-Facts

Ein Cupcake im Wert über 1000 Franken, Hunger verhindernde Netz-Patches auf der Zunge und sogennannte «Fetthütten», um zuzunehmen - das gibts tatsächlich alles! Koch-Bloggerin Zoe Torinesi hat Erstaunliches aus der Food-Welt zusammengetragen.

Wir Menschen sind seltsame Geschöpfe! Das wird mir bei meinen Recherchen rund ums Essen immer wieder bewusst. Neben viel Kreativität und Talent gibt es in der in der Welt der Kulinarik und der Gastronomie genau so viel Schräges, Faszinierendes und Kurioses. Folgend eine Sammlung meiner aktuellen Top 5 der aussergewöhnlichsten Food-Facts aus aller Welt.

PLATZ 5: EINMAL EIN CHÜECHLI FÜR 1000 STUTZ, BITTE!
Wenn wir von einer Rechnung über 1120 US-Dollar für Kuchen reden, dann nicht, weil eine Ladung Cupcakes für eine grosse Hochzeitsgesellschaft bestellt wurde. Wir sprechen hier von einem einzigen Cupcake! Der «Golden Phoenix» wurde für die Eröffnung der Dubai Mall entworfen und verdient definitiv das Prädikat «international»: Die Butter stammt aus England, die Vanille aus Uganda und die Schokolade aus Italien (wie bitte?!). Das Teuer-Törtchen ist nicht nur mit Blattgold überzogen, auch die dekorativen Erdbeeren wurden in Gold und Schokolade getunkt und Löffelchen und Schälchen sind - natürlich ebenfalls - aus nichts als purem Gold. Wie viele «Golden Phoenix'» bisher wirklich verkauft wurden, ist leider nicht bekannt.

PLATZ 4: DER MANN, DER SEIT JAHREN ROHES FLEISCH ISST
Bei ihm hat der Vegan-Trend definitiv nicht eingeschlagen: Kein Brot zum Zmorge, kein Schokoladestückchen zwischendurch und auch kein Süppchen zum Znacht: Der 30-jährige Derek aus Kentucky behauptet, seit fünf Jahren nichts als rohes Fleisch zu essen, das der Metzger sogar selber schlachtet. Vor sieben Jahren wurde Derek schwer krank und magerte auf ein beängstigendes Gewicht ab. Daraufhin war er gezwungen, seine Ernährung umzustellen: Erst versuchte er sich als Vegetarier, danach testete er den Veganismus. Nichts half. Erst als Derek seine Rohfleisch-Diät begann, wurden die Beschwerden weniger. Seine Freundin muss ihn übrigens wirklich abgöttisch lieben - Joanne ist nämlich Vegetarierin!

PLATZ 3: NETZ AUF ZUNGE - LEERER MAGEN
Kennt Ihr die Mär von den Models, die Wattebäusche in Orangensaft tunken und diese schlucken, um so dem Hungergefühl ein Schnäppchen zu schlagen? Ich hoffe mal schwer, dass diese Story ein Hirngespinst ist. Wahr, jedoch nicht minder schlimm, ist folgende Geschichte, die kürzlich in Blogs, Foren und den Medien kursierte: Ärzte haben eine neue Methode gefunden, Menschen zum Nicht-Essen zu zwingen. Für 2000 US-Dollar nähen sie Patienten Netz-Patches auf die Zunge, die beim Essen grosse Schmerzen auslösen. Somit sind diese gezwungen, während einiger Wochen nur Flüssignahrung zu sich zu nehmen. Dazu fällt mir echt nichts mehr ein.

PLATZ 2: ZU WENIG AUF DEN RIPPEN? AB IN DIE FETTHÜTTE
Ein Thema, das mich immer wieder fasziniert, sind die kulturellen Gegensätze unserer Welt. Wir gehen ins Solarium, um schön braun zu werden, Afrikaner und Asiaten cremen sich mit Bleichcreme ein, um blasser zu wirken. Mit dem verzweifelten Kampf ums Abnehmen wird bekanntlich vor allem im Westen massenhaft Geld verdient. Man rennt ins Fitnesscenter, kauft fettarme Produkte oder lässt sich die überschüssigen Kilos wegsaugen. Darüber schütteln die Menschen in den meisten Regionen Afrikas nur den Kopf. In Uganda zum Beispiel ist Dicksein Statussymbol und Schönheitsideal - verständlich für ein armes Land. Genau umgekehrt verhält es sich schliesslich bei uns. Jedenfalls verbringen zu dünne Frauen bei den Himas in Uganda die zwei Monate vor der Hochzeit in sogenannten Fetthütten. Dort trinken sie Buttermilch und essen im Überfluss, um  für die Hochzeit perfekt auszusehen. Bis zu 40 Kilo nehmen die zukünftigen Bräute so zu. Schön wäre ja, man könnte die Pfunde untereinander austauschen: Annemarie aus Niedergösgen schenkt Lily aus Mbale vor der Hochzeit ihre fünf Kilos zu viel - eine Win-Win-Situation.

PLATZ 1: NICHTS AUSSER LICHT IM MAGEN
Vor einiger Zeit sah ich auf Arte zufällig einen Dokumentarfilm zum Thema Lichtnahrung. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: Es gibt zig Menschen auf der Welt, die behaupten, seit Jahren weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich zu nehmen! Die wohl bekannteste und auch kontroverseste Figur dieser Bewegung nennt sich Jasmuheen und stammt aus Australien. Sie ist die Erfinderin des 21-tägigen Lichtnahrungsprozesses, in dem der Körper auf die feinstoffliche Ernährungsform umgestellt werden soll. Wissenschaftler erklären das Ganze für Humbug, Esoteriker und Menschen, die diesen Prozess hinter sich haben wollen, widersprechen vehement. Fakt ist: Beim Versuch, ihren Körper auf «Lichtnahrung» umzuprogrammieren, sind in der Vergangenheit mehrere Menschen gestorben - unter anderem eine Schweizerin. Jasmuheen Ellen Greve selber wurde Ende der 90er von der Neuseeländischen Vereinigung der Rationalisten und Humanisten eingeladen, sich einem Experiment zu unterziehen: Wenn sie unter Aufsicht während eines Monats keine Nahrung zu sich nehme und anschliessend noch einen Kilometer laufe, erhalte sie einen Betrag von 50'000 Dollar. Greve hat abgelehnt.

Mehr aus Zoe Torinesis Kulinarik-Welt finden Sie auf ihrer Website cookinesi.com.