Sale, pepe e pomodoro

Sale, pepe e pomodoro

Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

7 Tage ohne: Das Vegan-Experiment

Wie ist es eigentlich, sich vegan zu ernähren? Zoe Torinesi hat eine Woche lang den Test gemacht.
Zoe Torinesi Food Blog kochen Experiment vegane Ernährung
© Zoe Torinesi

Vegane Ernährung: Zoe Torinesi wagte das Experiment.

Schon seit Langem wollte ich ausprobieren, wie es sich als Veganerin lebt. Ist es schwierig, sich unterwegs schmackhaftes Essen zu besorgen? Hat man schon nach einer Woche richtig Lust auf Käse? Wie reagieren andere darauf, wenn man so eingeschränkt isst? 
Der Zeitpunkt nach dem grossen Schlemmen während der Feiertage war perfekt und ich schwor mir letzten Sonntag hoch und heilig: Während der nächsten sieben Tage gibts nix, aber auch gar nix mit Tier drauf, dran oder drin!



Gerade während der Weihnachtszeit dachte ich immer wieder, wie schwierig all die Schlemmerabende für Menschen sein müssen, die sich entschieden haben, vegan zu leben - schliesslich steckt in fast jeder durchschnittlichen Speise irgendwas Tierisches drin. Mein Experiment dauert nur sieben Tage und natürlich ist es nicht dasselbe, wie wenn man für immer auf tierfreie Nahrung umsteigt - ich fand es trotzdem enorm interessant.


Vorbereitung ist alles! Bevor meine vegane Woche am Sonntag startete, fuhr ich mit einer Freundin zu einem Bioparadies und deckte mich mit ganz viel Feinem ein, damit die Ausrede «Es war nix anderes da» sicher nicht zum Zug kommen würde. Von Tofu über Hülsenfrüchte, veganem Streichkäse bis Saitan - alles war ready für das Abenteuer.

Notfallration: Ob Business-Apéro oder Meetings in der Stadt - ich hatte immer etwas selbst gemachtes wie Granola-Bars oder geröstete Kichererbsen in der Tasche, sonst wäre ich regelrecht verhungert. Besorg auf dem Land mal spontan einen veganen Zmittag - kein leichtes Unterfangen...

Mehr Hülsenfrüchte, mehr Kohlenhydrate, mehr Gesundes: Ich habe mich in dieser Woche zwar gesünder ernährt als sonst, aber irgendwie auch mehr Kohlenhydrate wie Hülsenfrüchte, Vollkornreis, Vollkornbrot, Hartweizenspaghetti oder Quinoa gegessen.

Vegan ist nicht gleich gesund: Vor zehn Jahren muss es für Veganer so viel schwerer gewesen sein. Nicht nur beim auswärts Essen, auch beim Einkaufen. Heute gibt es ja Ersatzprodukte «en masse» - leider nicht alle qualitativ hochwertig und gesund. Ein Beispiel: Der Reibkäse, den ich mir gekauft habe, riecht wie Käse, sieht aus wie Käse, ist aber kein Käse. Um dieses Produkt so hinzubekommen, wurden laut Inhaltsangaben ordentlich Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe reingepumpt... Iih!

Städtische Veganer haben es leichter: Bei mir auf dem Land gibts ausser veganem Vollkornbrot, wie gesagt, nicht wirklich was. Gescheites auf die Schnelle zu kaufen, das tierfrei wäre - da haben es die Zürcher schon viel besser! Lokale wie Tibits, Hiltl, Gärtnerei, Elle'n'Belle oder Roots bieten teilweise oder sogar ausschliesslich vegane Speisen an.

Fazit: Ich bewundere Menschen, die einen so starken Willen haben, komplett vegan zu leben. Für mich wäre es auf Dauer aber nichts. Raclette, eine Omelette zum Frühstück, der Griff ins Schokoregal und auch ab und an etwas Fleisch würden mir fehlen. Attila Hildmann hat im Vorwort eines seiner erfolgreichen Bücher etwas ganz Tolles geschrieben: Nicht alle müssten so leben wie er, aber jeder könne etwas im Kleinen beitragen - zum Beispiel mit einem veganen Tag pro Woche. Das werde ich in Zukunft so halten.



Nächste Woche gibt es an dieser Stelle feine vegane Rezepte, die ich neu dazu gelernt habe - und für mich am Montag dann eine ordentliche Portion Milchschokolade... Mmmh!

Mehr aus Zoe Torinesis Kulinarik-Welt finden Sie auf ihrer Website cookinesi.com.

Im Dossier: Alle «Sale, pepe e pomodoro»-Beiträge von Zoe Torinesi