Sale, pepe e pomodoro

Sale, pepe e pomodoro

Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

Echter English-Afternoon-Tea in London

Foodbloggerin Zoe Torinesi verbrachte die Ostertage mit ihrem Liebsten in London. Dabei stand natürlich auch der Afternoon-Tea auf dem Programm.

An Ostern reisten wir für zwei Tage nach London, wo ich unbedingt das kleine Café wieder besuchen wollte, das ich vor einigen Jahren entdeckt und in das ich mich sofort verliebt hatte. Zum Glück hatte ich im Vorfeld reserviert, denn die «BB Bakery» war am Karfreitag so voll, dass die Gäste praktisch zum Ausgang hinausquollen. An einem langen Tisch feierten etwas 30 Ladies mit nochmals halb so vielen Kindern lärmend eine Babyshower, die restlichen Tische waren von Omas, lästernden Mittzwanzigerinnen und trendigen London-Girls besetzt. Mittendrin, und ich rechne ihm hoch an, dass er sogar ziemlich gutgelaunt dageblieben ist, mein Liebster, der sich in diesem Hühnerhaufen nicht gerade so wohl gefühlt hat wie ein Fisch im Wasser.

Die Tradition des English-Afternoon-Tea soll auf Anna Russel, Duchess of Bedford, zurück gehen. Weil sich die Zeit des Abendessens im Jahr 1820 immer weiter nach hinten zu verschieben begann, war sie zwischen Lunch und Dinner jeweils sehr hungrig. So beschloss sie sich nachmittags einen kleinen Snack, bestehend aus Keksen und kleinen Sandwiches, servieren zu lassen, dazu trank sie Tee. Zu diesem kleinen Nachmittagsritual lud sie regelmässig ihre Freundinnen ein und so begann sich der Afternoon-Tea zu etablieren.

In der Galerie oben sehen sie, was uns in London vorgesetzt wurde.Das Tolle am Afternoon Tea ist die Vielfalt an Gebäck und wie hübsch das Ganze aussieht. Traditionell werden die salzigen und süssen Speisen auf einer Etagère gereicht, wobei man sich von unten nach oben isst. Was auf keinen Fall fehlen darf sind Scones, die ich als eine Mischung zwischen Keksen und Brot beschreiben würde. Diese bestreicht man mit Clotted Cream (etwas zwischen Rahm und Butter).

Weil wir vor der letzten Etage schlapp machten, liessen wir uns die restlichen süssen Küchlein und Cupcakes in eine hübsche Box einpacken. Als ich eine Obdachlose in der Nähe sitzen sah, wägte ich ab, ob ich ihr die Leckereien schenken sollte oder ob ein Mensch, der mit Hunger zu kämpfen hat, es als dekadent empfindet, wenn ihm Süsses geschenkt wird. Zum Glück bin ich dann doch auf sie zugegangen. Sie erkannte die Bäckerei sofort an der Box («oh dear, I love this place!»), hat sich riesig gefreut und herzlichst bedankt. Ihre grosse Freude war nebst des Afternoon-Tea-Rituals das Highlight unserer London-Reise.

Im Dossier: Alle Foodblogs von Zoe Torinesi