Sale, pepe e pomodoro

Sale, pepe e pomodoro

Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

Gesunder Fastfood in der Schweiz - es wird auch Zeit

Zoe Torinesi brilliert nicht nur als Moderatorin, sondern auch als Köchin. Sie ist ganz schön froh, dass es auch in der Schweiz immer mehr gesunde Angebote für Fastfood-Liebhaber gibt.
Kochblog Zoe Torinesi: Gesunder Fastfood in der Schweiz
© zvg

Mittagszeit in der Schweiz. Hunderttausende wollen essen. Möglichst schnell, möglichst günstig. Manche auch möglichst gut. Ich habe lange in Zürich gearbeitet und dort festgestellt, dass besonders Frauen eigentlich viel Wert auf gesundes Essen legen würden. Würden deshalb, weil ganz oft einfach die Alternativen zu Pizza, Burger, Spaghetti & co. fehlen. Und dass es sich mit einer Pizza im Bauch in den meisten Fällen weniger gut weiterarbeiten lässt, als nach einem gesunden und schmackhaften Essen, ist bekannt.

Nach wie vor staune ich immer wieder Bauklötze ob der Tatsache, dass man bei «McDonald's» für zwölf Franken ein ganzes Menu mit Fleisch bekommt, aber für einen schönen Salatteller oft um die 17 bis 20 Stutz hinblättern muss. Das ist doch echt daneben. Wofür entscheidet sich dann wohl ein 16-Jähriger Teenager, der nicht viel Geld in der Tasche hat und noch weniger Wert auf gute Ernährung legt? Und wie wird die Kuh gelebt haben, wie wird sie verarbeitet und gefüttert worden sein, wenn für diesen Preis ein Kartonähnliches Stück von ihr zwischen meinen Brötchen klemmt? Igitt.

Es geht nicht darum, den Moralapostel zu spielen: Auch ich esse zwei bis drei Mal im Jahr einen Burger bei Burgerking - und schäme mich danach jedes Mal ein bisschen. Aber wenn man den Menschen etwas richtig Gutes vor die Nase setzt, dann konsumieren sie es auch. Dort liegt doch der Schlüssel. Ein Beispiel: In der Nähe meines früheren Büros gibts eine grosse Kantine. Preis-Leistung stimmt: Für etwa zwölf Franken gibt es ein ganzes Menu mit Fleisch ohne Getränk, meistens schmeckt es auch echt gut und die Qualität der Zutaten ist absolut okay. Ein gutes und gleichzeitig gesundes vegetarisches Menu muss man aber leider fast schon suchen, wenn man das Vegi-Menu des Tages nicht mag oder sich nicht nur Gemüse & Salat auf den Teller laden will. Der ökologische Fussabdruck lässt grüssen.

Vor einem halben Jahr verbrachte ich einige Tage in London und erlebte eine Offenbarung: Gesunder Fastfood an jeder Ecke! Oft vegetarisch, oft sogar vegan und das Ganze zu einem guten Preis und in super frischer und schmackhafter Qualität. Ich fühlte mich wie im Paradies und mampfte mich selig durch Hummus, Salatvariationen, Suppen & Falafelbällchen an kreativen Chutneys. Langsam, langsam findet zu meiner grossen Freude vor allem in den urbanen Regionen der Schweiz ein Umdenken statt und natürlich wurde auch die Möglichkeit entdeckt, mit dem Bedürfnis nach guter Ernährung ordentlich Business zu machen. Ich wünsche mir, dass dieser Trend anhält und auf gute, nachhaltige Art ausgebaut wird. So, dass man irgendwann auch im hintersten «Chrache» gesunde, saisonale und so frische Ware wie möglich findet, die auch noch tierfreundlich produziert wurde.

Folgend einige Beispiele an gesundem Fastfood in der Schweiz, den ich schon probiert habe und mag. Schliesslich bist du bekanntlich was du isst. Und eine Kartonkuh möchte ich definitiv nicht sein.

1. Der Neue: «Schnägg» ganz hinten beim Gleis 18 am Zürcher HB. Frisch, gesund, oft vegetarisch oder sogar vegan. Bald werden drei neue Filialen in der City eröffnet. Ich habe den veganen Linsensalat probiert und er war jetzt keine Offenbarung, aber wirklich gut, preiswert und obendrauf noch vegan.

Kochblog Zoe Torinesi: Gesunder Fastfood in der Schweiz
© zvg

Der «Schnägg» am Hauptbahnhof Zürich.

2. Der Klassiker: «Tibits»- und «Hiltl»-Buffets mag ich sehr gern. Die Preise sind leider etwas hoch, das Konzept ist jedoch toll und ich könnte mich täglich einmal durchs Angebot probieren. MMh! Wusstet ihr, dass es sogar in London eine Filiale gibt?

Zoe Torinesi Blog Sale, pepe e pomodoro gesundes Fastfood
© zvg

3. Der Vielseitige: Bei der Kette, die sich selber mit «Fastfood natürlich» bewirbt, gibt es Salate, Wraps, Suppen, Säfte und vieles mehr. Egal ob vegetarisch oder auch mit Fleisch oder Fisch. Meiner Erfahrung nach ist das Essen schmackhaft, aber leider auch relativ teuer.

Zoe Torinesi Blog Sale, pepe e pomodoro gesundes Fastfood
© zvg

4. Die kreativen Powerfrauen: Sabrina und Séverine feiern mit ihrem «Martha’s Salad»-Konzept bereits eineinhalb Jahre nach Geschäftsstart beachtliche Erfolge. Zum einen beliefern sie Firmen mit ihren feinen Salaten und Sandwiches, zum anderen betreibt das Duo einen beliebten Takeaway an der Dienerstrasse.

Kochblog Zoe Torinesi: Gesunder Fastfood in der Schweiz
© zvg

Zwei junge Frauen feiern Erfolge mit «Martha's Salad».

Wo esst ihr gesunden Fastfood? Wo schmeckts? Wo schmeckts nicht? Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen!
 

Zoe Torinesis gesammelte Koch-Blogs «Sale, pepe e pomodoro» gibts im SI-online-Dossier.