Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Baby = Party over?

Unsere Bloggerin Zoe Torinesi hat am Wochenende mal wieder so richtig auf den Putz gehauen. Und am Tag danach ihre einstige Ausgangsverbündete und deren Baby besucht. Das wirft einige Fragen auf...

Es ist Sonntag - der «Tag danach». Ich muss vor meinem Laptop aussehen wie eine sitzende, angetätschte Banane. Gestern war Ladys-Abend angesagt, meine gute Freundin Racha Fajjari hat im Zürcher Jade aufgelegt und durfte 10 Mädels mitbringen. Man kann sich ja vorstellen, wie das abgegangen ist. Erst gabs ein peruanisches Dinner für alle zusammen, das köstlich und leicht war, den Magen aber leider nicht darauf vorbereitet hat, was da alkoholtechnisch noch auf ihn zukommen sollte. Und es kam einiges.

Um 23 Uhr begann im Club das Gekreische, die Männerwelt machte einen Bogen um unsere Lounge, wahrscheinlich, weil wir Weiber alle gleichzeitig redeten und es alle paar Sekunden irgendwo «Neeeeeiiii wüüüürklliii?!» oder «Oh-my-Gooood!» quietschte. Der Abend war lustig, die Menschen gut gelaunt, Racha machte ihre Sache hinter dem DJ-Pult richtig gut.

Heute dann: Szenenwechsel. Aus dem Bett gerollt, einen Kaffee getrunken, machten ich und mein Kater uns gemeinsam auf meine alte Freundin Jessica zu besuchen, die gerade Mama geworden ist. Jess war früher mein «Partner in crime» - wir haben vor einigen Jahren auf den Dancefloors der Zürcher Clubs alles gegeben. Es kam auch mal vor, dass man sich um 2 Uhr morgens auf einem McDonalds-Tisch tanzend zum Deppen machte. Die Zeiten sind vorbei, wir sind beide ruhiger geworden und mit einem Baby ändert sich das Leben natürlich komplett. Als Frau, die irgendwann Kinder möchte, frage ich mich immer wieder: Geht die Lust auszugehen eigentlich weg, wenn das Baby zu Hause schlummert? Oder sitzt man auf dem Sofa und hat das Reissen rauszugehen?

Die Natur hat ja vieles sehr gut eingerichtet. Hochschwanger kann man nicht mehr richtig schlafen, damit man auf lange Nächte vorbereitet ist, die Lust nach Alkohol soll auch schwinden und so müde, wie man ist, möchte man eh nicht gross raus. Ich war immer ein unabhängiger und freiheitsliebender Mensch, arbeitete schon in jungen Jahren viel und war ständig unterwegs. Heute mag ich nicht mehr jedes Weekend in den Club. Aber ich liebe es, im Restaurant zu essen, Leute zu bekochen, ins Kino zu gehen. Mit Kleinkind ist das alles ja dann für eine relativ lange Zeit nicht mehr möglich.

Ich bin sicher, für ein kleines Persönchen verzichtet man gerne auf Vieles. Aber immer? Hat man nicht ab und zu das Bedürfnis das Babyfläschchen wegzustellen, den Lippenstift aufzutragen und in die Nacht abzutauchen? Jessica sagt, sie habe schon manchmal Lust auszugehen. Das macht mir bizzli Angst. Denn ich will meine Sache ja später mal gut machen und keine frustrierte Sofahockerin, sondern eine lustige Bastel- und Schnee-Engeli-Kumpanin sein, die auch beim 10. Mal Gewecktwerden die Nerven behält. Wie ist das bei anderen Ladys? Haben Sie das Reissen nach Freiheit und Tanzen auch mit Baby? Haben Sie sich diese Gedanken früher auch gemacht? Oder regelt sich das Ganze von alleine? Ich bin auf Ihre Antworten gespannt. Und nein, es ist nix in Planung. Ich bin lediglich am Rekognoszieren.

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