Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Drinks, die Unglück bringen...

Bloggerin DJ Tap Tap kriegt jede Menge mit, wenn sie in den Clubs auflegt. So auch, dass regelmässig Drogen in fremde Getränke gemischt werden. Und die betroffenen Clubgänger sind nicht nur Frauen...
Nightlife Blog, Virginia Gomez: Drogen in Drinks
© Getty Images

Beim Feiern in Clubs sollte man seine Drinks immer im Auge behalten.

Letzte Woche war ich bei einem guten Freund im Pub und nach langer Zeit gab es viel zu erzählen, viel zu lachen und keine Gründe, mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Bis mein Freund mich fragte, warum ich meinem Getränk den Rücken zudrehe und es so gar nicht im Auge behalte. Bloss weil es sein Pub sei, könne ich doch nicht davon ausgehen, dass alle Besucher ebenso vertrauenswürdig wären wie er. Autsch! Eigentlich eine Lektion, welche mir schon als Teenager eingeschärft wurde - und trotzdem vergisst man diese alte Grundregel allzu schnell.

Es ist ein Fakt, dass jede Woche Leute unfreiwillig unter Drogen gesetzt werden und danach auf der Notfall-Station eines Spitals landen. Der Magen muss ausgepumpt werden, da ja niemand weiss, welche chemischen Substanzen verabreicht wurden. Über die Jahre im Clubleben habe ich leider selber solche Fälle mitbekommen - und noch viel mehr Geschichten darüber gehört. Längstens geht es nicht mehr nur darum, auf diese Weise eine Frau «abzuschleppen» (darüber äussere ich mich nicht weiter, Ihr könnt euch meine Meinung ja sicher lebhaft vorstellen) - sondern oft geht es darum, jemandem ganz einfach die Nacht zu verderben oder es wird erst gar nicht darüber nachgedacht. Enden tut es nie schön.

Bei den Fällen, welche ich selber mitbekommen habe, waren die Betroffenen meistens Männer! Nur einmal, als mich eine Schulfreundin zu einem Gig begleitete, wollte ihr ein Typ unbedingt einen Drink spendieren und trotz ihres Satzes: «Ich bin mit der DJ da und kann eh alles gratis trinken», kam er mit einem Drink an und versuchte, ihn ihr aufzudrängen. Selber davon trinken wollte er aber partout nicht. Sie verzichtete geistesgegenwärtig, und so endete diese eine Geschichte ohne Schrecken - was man bei meinen männlichen Freunden leider nicht sagen kann. Sie landeten allesamt im Spital. Nichts Lebensgefährliches, aber sie mussten eine äusserst schmerzvolle und völlig sinnlose Prozedur über sich ergehen lassen.

Und es kann auch drastisch enden: Vor Jahren fuhr eine junge Partygängerin nach einem alkoholfreien Abend in einem Zürcher Club zurück Richtung Ostschweiz. Im Strassenverkehr, noch vor der Autobahneinfahrt, wurde es ihr so schwindlig, dass sie parkierte. Und nach drei Stunden aufwachte…

Zerbrochene Gläser sollen Glück bringen. Damit will ich nicht sagen, dass in Zukunft dem lieben Barpersonal jegliche Drinks ins Gesicht geschüttet werden sollten. Doch seine Drinks soll man im Auge behalten und nicht loslassen. Sonst bringen sie manchmal leider Unglück.

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