Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Clubbing in Cannes

DJ und Blogger Ray Douglas relaxte mit Freundinnen in Cannes. Und erlebte im Nachtleben gleich zwei grosse Überraschungen.

Vergangene Woche gönnte ich mir mal wieder eine Auszeit und reiste an die Côte d’Azur, um in Cannes die Seele baumeln zu lassen und die Batterien aufzuladen. Ganz ohne Nightlife hielt ich es dann aber doch nicht aus. So zog es mich und meine ausschliesslich weiblichen Ferienkumpanen einen Tag nach unserer Ankunft in den dortigen «Palm Beach Club», in dem mich zwei dicke Überraschungen erwarteten.

Zum einen musste ich feststellen, dass - in der Nebensaison, ohne die Masse an Touristen - das Angebot an schönen Damen dürftig bis gar nicht vorhanden war. Meine Begleiterinnen hingegen schmachteten am Laufmeter. Auch von meiner (heterosexuellen) Warte aus musste ich zugeben, dass sich da allerlei ansehnliche Jungs tummelten. Das Klischee der hübschen Französinnen hingegen schien sich als unwahr zu erweisen.

Überraschung Nummer zwei, und für den Autor definitiv die wichtigere und tragischere, war, dass der Club an diesem Abend mit drei DJs aufwartete, die allesamt absolut unfähig waren. Der erste spielte, als der Club schon gut gefüllt war und sich die «Main Time» näherte, völlig antiquierten R'n'B und Hip Hop, aber nicht von der coolen Sorte, sondern lauter Tracks, die schon vor zehn Jahren nur als Füller taugten. Dann auch noch die langen Versionen und das schlechte Mixing - meine Laune war angeknockt. Auch die beiden DJs danach spielten eine seltsame Mischung aus belanglosem Tech-House und allerlei Gestrigem. Und das in einem Land, das eigentlich überdurchschnittlich viele Weltklasse-DJs verschiedenster Couleur zu bieten hätte. Zum Glück war die Bedienung tipptopp, der Vodka grosszügig vorhanden und die Begleitung Weltklasse.

Nun gut, dachte ich tags darauf, Zufall, das wird hier beides nicht die Regel sein. Doch falsch gedacht. Einen Tag vor unserer Abreise zog es uns erneut in den Ausgang, diesmal in eine Mischung aus Bar und Club namens «Black Pearl». Hübsche Location, erneut freundliches und flinkes Personal. Aber in Sachen Damen und Sound wars erneut ein Reinfall.

Eine richtig Süsse gabs dann doch noch. Meine Kontaktaufnahme in eher gebrochenem Französisch wurde erst auch wohlwollend aufgenommen, kurz darauf allerdings von ihren vier Freundinnen (allesamt Wuchtbrummen, pardon my french) ziemlich zornig abgeschmettert mit dem Hinweis, dass sie eine Ladies Night Out hätten. Die eine habe Geburtstag, man wolle unter sich sein. Halb so wild. Aber der DJ... Wieder ein Mix aus Charts und Füllern von vorgestern, langweiliges und nur halbwegs gekonntes Mixing usw. Und die neue Daft-Punk-Single hatte der Dude nicht mal, und das in deren Heimatland (ja, ich hab ihn danach gefragt, ja, ich weiss, das gehört sich nicht und nein, dies ist nun kein Freibrief, mich mit Musikwünschen zu nerven).

Fazit: Never trust a cliché. Tolle Ferien warens übrigens trotzdem.

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs gibts im SI-online-Dossier.