Saturday Night Fever

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Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Gestrandet im etwas anderen Partymekka

Surferparadies, Hippiedorf, Partymekka: Blogger Ramon Joss alias DJ Ray Douglas hat sich Hals über Kopf in den ecuadorianischen Ort Montañita verliebt. So sehr, dass er einfach bleiben musste.
Montañita Ecuador
© iStockphoto

Vom Hippie- zum Surferparadies. Ramon Joss fühlt sich in Montañita so entspannt wie schon lange nicht mehr.

Es gibt Orte, die einen sofort verzaubern. Weil sie einen überwältigen, wie New York. Weil sie einen ganz eigenen Charme haben, wie London. Oder aber weil man unmittelbar, nachdem man angekommen ist, tiefenentspannt ist und alle Sorgen der Welt vergisst. Manche Leute schreiben das Ibiza zu, das mag sein. Ganz sicher aber versprüht das kleine Städtchen Montañita in Ecuador diesen Zauber.

Ich besuchte das Surferparadies Südamerikas als Endstation eines Tagestrips entlang der Küste dieses fantastischen Landes. Montañita ist kaum grösser als ein Schweizer Weiler, hat vielleicht zwölf Strassen. Diese werden von unzähligen Lokalen gesäumt, einige davon sind nur teilweise überdacht, viele sind aus einer für den Ort typischen Kombination aus Bambus und Beton konstruiert, nicht wenige bieten ihre Speisen in Bio-Qualität an.

Eigentlich wäre nach gut zwei Stunden die Heimreise angestanden, und eigentlich hatte man in dieser Zeit auch schon alles gesehen - aber der Vibe dieses Ortes liess mich nicht los, ich musste einfach dort bleiben. Nur mit Badehosen und einem Shirt ausgestattet entschlossen sich mein Reisepartner und ich, in ein Hostel für 15 Dollar pro Nacht einzuchecken und die Aura dieses Ortes noch ein wenig auf uns wirken zu lassen.

Einst ein reines Hippiedorf, ist Montañita heutzutage längst nicht mehr unbekannt und lebt komplett vom florierenden Tourismus. Es gilt als Partymekka Südamerikas schlechthin und zieht zur Hochsaison Gäste aus aller Herren Länder an. Ob im Reggae-Tempel direkt am Meer, in dem einige Rastafaris einfach mal ein Feuerchen mitten auf der Tanzfläche entfachten, oder im kleinen Club mitten im Ort, dessen Boden schlicht aus feinstem Sand besteht - ich lernte innert weniger Stunden Chilenen, Argentinier, aber auch Touristen aus Finnland oder England kennen. In einen der Clubs zu gehen wäre aber nicht einmal nötig gewesen - an einem stinknormalen Dienstagabend wurde auf auf den Strassen laute Musik gespielt, es gab kaum ein Durchkommen durch die tanzende, und vor allem durchs Band friedliche und glückliche Menge.

Was die Aura Montañitas genau ausmacht kann ich nicht schlüssig sagen. Sicherlich hat es sie den Hippies zu verdanken, die zwar nicht mehr so zahlreich wie früher dort sind, aber wahrscheinlich liegt es an ihnen und ihrem Way Of Life, dass ich mich nach kaum 24 Stunden in diesem kleinen Partyparadies so entspannt fühlte, wie schon lange nicht mehr. Wer auf der Suche nach einem Zufluchtsort ist, in dem alles kann, aber definitiv nichts muss, ist auf jeden Fall in Montañita richtig!

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