Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Party-Tage

Bloggerin und DJ Virginia Gomez alias TapTap stellt eine erstaunliche Entwicklung fest: Am Freitag bleiben die Clubs vermehrt leer. Dafür geht heute oft am Donnerstag und Sonntag die Post ab.
Party im Club
© Getty Images

In Grossstädten können sich Partylöwen so ziemlich an jedem Tag ins Feier-Getümmel begeben.

In vielen Grossstädten der Welt kann man an jedem Wochentag in den Clubs Party machen. In New York zum Beispiel gehen die hippen Leute vor allem unter der Woche aus, in Dubai ist donnerstags und freitags Ausgang angesagt, und gewissen nordischen Ländern ist der Sonntag sehr beliebt. 

Bei uns in der Schweiz ist eindeutig der Samstag am angesagtesten! Und dann sind die Möglichkeiten unendlich. Samstags kann man fast in jedem beliebigen Dörfchen irgendwo eine Party mit DJ finden, und in den Städten übertreffen sich die Clubs mit Highlights. Es lässt sich immer ein Grund finden, um für einmal keinen gemütlichen Abend zu Hause zu verbringen. Man könnte ja wirklich was verpassen…

Trotzdem beobachte ich in letzter Zeit eine spannende Entwicklung rund um die «verbleibenden» sechs Tage: Der Freitag scheint nicht mehr ganz so hoch im Kurs zu stehen. Viele Clubs sind in der Nacht zum Samstag oftmals halbleer. Der Vorteil ist, dass man nicht lange anstehen muss und sich auf der Tanzfläche freier bewegen kann. Ich als DJ kann dann besser auf die Leute eingehen. Optimal ist die Leere aber natürlich nicht. Am wenigsten für die Clubbesitzer.

Nach vielen Gesprächen mit Clubs- und Party-Veranstaltern scheint es ein wesentlicher Grund dafür zu sein, dass ein Überangebot an Partys besteht. Die Leute aus der Agglomeration kommen nicht an zwei Tagen hintereinander in die Städte - gerade weil es ja meistens um die Ecke auch einen Club oder eine Bar mit DJ hat. So verteilen sich die Leute überall. Ich persönlich glaube auch, dass die Preise eine Rolle spielen. In den Ausgang zu gehen kostet heutzutage wesentlich mehr als noch vor zehn Jahren.

Im Gegenzug jedoch gibt es Konkurrenz am Donnerstag und Sonntag. Donnerstags einen sehr ausgedehnten Afterwork-Drink zu geniessen gehört in den Städten, auch bei uns in der Schweiz, zum guten Ton. Die Musik ist oft nicht ganz so kommerziell, das Publikum etwas älter und die Stimmung entspannt. Die meisten Clubs schliessen um 2 oder 3 Uhr. Und wenn das Weekend ja quasi schon vor der Türe steht, nimmt man den allfälligen Schlafmangel gerne hin.

Am Sonntag ist die Situation nochmals ein bisschen eine andere. Hier geht die Post oft richtig ab! Denn dann beginnt das Weekend aller Gastro-Leute, die am Freitag und Samstag arbeiten müssen (ja, für uns DJs eigentlich auch). Die Stimmung ist oft wild, die Preise tiefer, und der Alkohol fliesst in Mengen. Manch einer wäre überrascht, wenn er sieht, was in einer Sonntagnacht alles möglich ist.

So oder so: Die Schweiz bietet viel. Nicht nur nach dem Abstimmungswochenende an den Tankstellen-Shops!