Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Aller Anfang ist schwer...

Wie wird man eigentlich DJ und vor allem, wie schafft man es, erfolgreich zu bestehen? Bloggerin Virginia Gomez alias DJ TapTap hat sich mit einem Rookie über Beruf und Berufung unterhalten.
Themenbild Snapchat Handy Club DJ
© iStockphoto

Nur die wenigsten werden Star-DJs.

Sehr oft werde ich von jungen DJs nach der Zauberformel für Erfolg gefragt. Diese sieht aber anders aus, als von den Rookies erwartet....

Zuerst einmal gibt es keine Garantie für Erfolg. Es gibt Dinge, die einen DJ potenziell näher zum Ziel führen und solche, die eher das Gegenteil bewirken. Man hat vieles selber in der Hand, aber schlussendlich braucht es auch ein Quäntchen Glück. Letzte Woche habe ich mich länger mit einem Neuling unterhalten und ihm erklärt, dass es zwei Arten von erfolgreichen DJs gibt: A) der Popstar-DJ - hierzu gibt es nicht sehr viel zu sagen, denn diesen Status erreichen nur die wenigsten Menschen. Davon zu träumen und die Ziele hochzustecken ist, sicher nicht falsch, jedoch sollte man auch realistisch sein, falls der Versuch nicht klappt. Schliesslich wird auch nicht jedes talentierte Kind Filmstar, Basketball-Profi oder Präsident. Kategorie B) ist schon viel eher möglich: Der Berufs-DJ - es gibt viele Plattenleger, die gut davon leben können. Allerdings ist dies nicht immer so lustig, wie der Anfäger zu glauben meint.

Professionalität

Jede Nacht Party machen und tagsüber den Kater ausschlafen, liegt definitiv nicht drin. Eine der wichtigsten Eigenschaften ist Zuverlässigkeit. Keine Deadlines verpassen, pünktlich und gut organisiert zu sein, ist ein Muss. Auftraggeber ersetzen den Jüngling im Handumdrehen, wenn er unprofessionell daher kommt. Der Job muss an erster Stelle stehen und nicht das eigene Vergnügen. Sorry :)

Liebe zum Job

«Ja doch, ich liebe Musik sehr» - das ist schön und gut, aber eine Grundvoraussetzung und das alleine reicht bei Weitem nicht. Wer eine solche Karriere machen will, muss sich bewusst sein, dass er viel Freizeit opfern wird und weniger Auszeit als andere in Anspruch nehmen kann. Der berühmte Satz «10 Prozent Show - 90 Prozent Business» stimmt leider. Im Hintergrund arbeitet man viel viel mehr, als es den Anschein hat. Dinge wie: Verträge, Besprechungen, Marketing oder Auftritts-Vorbereitungen nehmen mehr Zeit als das eigentliche Auflegen in Anspruch und machen nicht immer Spass. Später kommen dann auch noch Fotoshootings, Interviews, PR-Aktionen etc. hinzu, und diese wollen alle auch vorbereitet sein.

Kreativität

Es ist harte Arbeit sich immer weiter zu entwickeln, denn wer stehen bleibt, ist bald nicht mehr gefragt. Heutzutage kommt ein DJ fast nicht mehr darum herum, sein Arbeitsfeld zu erweitern, etwa mit eigenen Radioshows, eigenen Musik-Produktionen, Merchandise und was es alles gibt. Hat er irgendwann Fans, wollen auch diese unterhalten und versorgt werden.

Durchaltevermögen

Ein Künstler hat nicht jeden Monat seinen fixen Lohn auf dem Konto. Es wird irgendwann eine Zeit geben, wo das Geld knapp, der Glaube schwach und die Energie im Keller ist. Dann darf man nicht aufgeben und muss kämpfen können. Das klingt einfach, man hat es ja auch schon tausend Mal gehört und kennt es aus jeder gängigen Biografie, dass die Krise irgendwann kommt. Aber wenn man selber drin steckt, braucht es viel Kraft (und ein paar gute Freunde). Leider gibt es auch viele Biografien, die nie geschrieben wurde, denn viele talentierte Leute standen die Krise nicht durch und gaben auf.

Aller Anfang ist schwer...

Deswegen habe ich dem lieben Rookie gesagt, er solle die rosarote Brille ablegen und sich gefälligst an die Arbeit machen. Heute kann er noch vieles leisten und seinem Ziel ein Stück näher kommen.

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