Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Bezahlt fürs Nichtstun

Wie ist es eigentlich, wenn man als DJ gebucht wird und danach gar nicht auflegen muss? Virginia Gomez alias DJ TapTap hats erlebt und für sich entschieden, was ihr wichtiger ist.
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Geld allein macht nicht glücklich.

Jetzt durfte ich also auch meinen «Kim-Kardashian-Moment» erleben… Nein, ich spreche nicht von eindeutigen Bildern in einem Hochglanz-Magazin. Sondern: Ich wurde bezahlt fürs Nichtstun! So oft hatte ich schon gedacht: «Langsam habe ich alles Kuriose erlebt, was einem als DJ widerfahren kann.» Aber irgendwie gibt es immer noch Luft nach oben.

Abgesehen von Auftritten in Clubs spiele ich auch immer wieder an privaten Events für Firmen. In meinem Fall sehr oft aus der Fashionwelt - wie z.B. Guess, YSL, Morgan, Lacoste oder eben letztens auch für eine Edelmarke aus Italien.

Wie meistens bei solchen Anlässen war auch dieser extrem aufwändig organisiert. Wunderschöne Dekoration, aufwändige Häppchen, grosse Bühne mit 1A-Musikanlage, verschiedene Artisten (eine Luftakrobatin vom Cirque Du Soleil wurde zum Beispiel extra aus Kanada eingeflogen) und für die Party dann ich als DJ. Ich mag solche Anlässe sehr gerne, weil es immer eine Abwechslung zum Cluballtag darstellt und ich viele exklusive Dinge sehe, von denen ich sonst eventuell nicht einmal wüsste, dass sie existieren. So weit, so gut.

Als wir den Soundcheck erfolgreich hinter uns gebracht hatten, legte ich dann motiviert los. Nach nur fünf Minuten kam einer der Chefs zu mir, ein fröhlicher Italiener und erzählte mir ganz stolz, dass er auch DJ gewesen war früher und gerne ein paar Übergänge machen würde. Im Club wäre dies natürlich ein Nogo. Aber an seiner eigenen Party, wollte ich ihm diese Freude nicht nehmen. Zumal er sein eigenes Equipment dabei hatte und es offensichtlich nicht erwarten konnte.

Schlussendlich spielte der gute Mann drei Stunden lang und wollte unter keinen Umständen den Platz räumen. Nebenbei konnte ich ihm noch ein paar Dinge zeigen, da seine technischen Künste nicht ganz ausgereift waren. Ansonsten war ich arbeitslos. Das war der Moment als ich an die ganzen It-Girls denken musste, welche teilweise viel Geld bekommen, bloss um irgendwo einen Cocktail zu schlürfen und etwas Präsenz zu markieren. Allen voran Kim Kardashian, die letztes Jahr an Silvester in einem Club in Las Vegas Unsummen von Geld für das Herunterlesen des Countdowns zum neuen Jahr verdiente. Ach, muss das schön sein. Nichts tun und das Bankkonto füllt sich trotzdem…

Eigentlich dachte ich immer, das wäre das ultimative Leben. Nun habe ich aber in nur drei Stunden gelernt, dass der grosse Traum vom Geld verdienen, ohne etwas dafür zu tun, nicht meiner ist. Es ist einfach zu langweilig! Oder vielleicht ist auch die Methode noch nicht genug ausgereift… Aber ich glaube wirklich, etwas zu tun, was man gerne macht, ist das wirklich erstrebenswerte im Leben. Cool rumstehen kann man auch später noch.

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