Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Die neue Anti-Clubbing-Generation

Vor 10 Jahren gehörten Kater und Augenringe ebenso zum Wochenende wie das lange Anstehen vor Clubs. Heute ist das anders. Bloggerin Virginia Gomez alias DJ TapTap hat sich Gedanken über die neue Clubbing-Generation gemacht.
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© Getty Images

Am Wochenende in den Ausgang? Lieber nicht...

Letztes Jahr hatte ich mich mit dem Wandel der Generationen und dem Clubbing befasst - nun scheint tatsächlich, vor unseren Augen, wieder eine neue Ära begonnen zu haben. Eine relativ gegensätzliche zur letzten.
 

  • Die Kids von heute möchten das Geld nicht für Clubeintritte ausgeben, sparen für ein Fitness-Abo ist schlauer.
  • Geld für Alkohol verschwenden? Pfui, das macht dick und ist ungesund. Ein grüner Smoothie steht derweil auf der Karte.
  • Feiern bis zum Morgengrauen?  Nein danke. Schlafen macht schliesslich schön, Ringe unter den Augen sind sowas von 2010.
  • Extra wegen einem DJ an eine Party pilgern? Nee, bei der neuen Generation ist jeder ein DJ und somit sein eigener Fan.
  • Ein Wochenende in Clubs und Bars vertrödeln? Weniger… Lieber in die Berge wandern gehen und gute Luft geniessen.
  • Flirten und antanzen an der Party? Zu mühsam. Wer braucht das heute noch, wenn die Kontaktbörse online heiss läuft.
  • Massenschlägerei vor dem Club? Kindisch! Lieber massieren lassen im Wellness Hotel im schönen Schwarzwald.
  • Stundenlanges anstehen vor dem Club in unbequemen Killer High Heels? Ach scheiss drauf! Hausparty mit ausgelesenen Freunden im kleinen Rahmen hat mehr Stil.
  • Rauchen verboten in Club und Bars? Wenn kümmert es… Die New Kids rauchen eh nicht mehr, denn rauchen ist UNGESUND, wer weiss das schon nicht.


Vor zehn Jahren war ich als «nicht Alkohol trinkendes Geschöpf» eine absolute Exotin. Heute bin ich plötzlich von unzähligen Gleichgesinnten umgeben. Selbstverständlich war die letzte Generation, welche saufend, grölend, manchmal pöbelnd und immer flirtend durch die Nacht zog, nicht vernünftig. Aber Spass hatten wir. Jedes Wochenende und bis zum Anschlag. Und wenn wir nun älter werden, können wir zumindest mit gutem Gewissen sagen: Wir haben uns ausgelebt. Ob nun das eine besser als das andere ist, sei dahingestellt. Zeiten ändern sich und das macht es irgendwie auch spannend.

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