Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Stört die WM das Clubbing?

Fussball und Clubbing, das passt nicht wirklich zusammen. Bloggerin Virginia Gomez alias DJ TapTap über die anstehende WM und die Vor- und Nachteile fürs Schweizer Nachtleben.
Nightlife Blog Virginia Gomez WM Clubbing
© Getty Images

Wenn die Fussballfans während der WM lieber vor dem TV bleiben...

Im Sommer steigt die Anzahl der alternativen Programm-Möglichkeiten zum Clubbing. Dieses Jahr ist die Konkurrenz sogar noch grösser, denn einen Monat lang regiert König Fussball die Schweiz. Dies ist sage und schreibe schon die dritte Fussballweltmeisterschaft, die ich während meiner Tätigkeit im Nightlife miterlebe!
 
Alle vier Jahre eine Tatsache, welche die Clubbesitzer ein bisschen ins Schwitzen bringt. Das Spektrum der Reaktionen geht von Aussagen wie «während der WM-Wochen können wir gleich den Laden schliessen» bis hin zu vollmotivierten «nutzen wir den Hype und schwimmen mit dem Fussballstrom». Letzteres bleibt erfahrungsgemäss jedoch meistens Wunschdenken. Einzig und allein diejenigen Clubs, welche ganz auf Fussball anstelle von Tanzsport setzen, haben eventuell eine Chance. Dies aber nur, wenn sie mit den zahlreichen offiziellen Public Viewings oder der tollen Stimmung in einem Pub voller Fans mithalten können.

Meine Erfahrungen bei der WM vor vier Jahren zeigten eindrücklich, dass kurzfristiges und unprofessionelles Aufspringen auf den Fussball-Zug nur wackelige und unscharfe Fernsehbilder mit sich bringt. Gut organisiert und vor allem kommuniziert, können die Länderspiele aber ganz bestimmt auch in einem Club zum Erlebnis werden. Am meisten Chancen auf Besucher haben die Kantone Zürich, Bern, Luzern und teilweise St.Gallen, ­da in diesen Regionen das Nachtruhe-­Gesetz eingehalten werden muss und dank der Zeitverschiebung doch noch viele Spiele zu lange dauern oder zu spät beginnen, als dass man sie komplett draussen verfolgen könnte.

Auch was das Thema Fashion anbelangt, herrscht bei der WM immer Ausnahmezustand. Leute in Trikots ihres bevorzugten Nationalteams kann man während dieser Zeit nur schwer abweisen. Aber man sollte es  auch nicht. Während dieser Zeitspanne entwickeln sich die Schweizer plötzlich zu Smalltalk­-Weltmeistern, das grosse Thema Fussball verbindet und auch der Flirtfaktor steigt… Beste Aussichten für einen spannenden Frühsommer!

Übrigens: Die grosse Frage wer meine Favoriten sind, kann ich noch nicht beantworten. Mmuss mir dringend mal so ein Panini-Heftchen schnappen und das attraktivste Team bestimmen. So oder so: Hopp Schwiiz!

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs finden Sie im SI-online-Dossier.