Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

DJs sind die neuen Popstars

Beim «Energy Stars For Free» hatten neben Ellie Goulding, Tinie Tempah und Co. auch DJs ihre grossen Auftritte. Virginia Gomez, Bloggerin und selbst DJ, wurde mit der Frage konfrontiert, ob die Leute hinter den Plattentellern wirklich auf die grosse Bühne gehören.
Virginia Gomez am Energy Stars For Free
© ZVG

Quer durch die Küche! Beim «Energy Stars For Free» kommt jeder auf seine Kosten. Virginia Gomez freute sich besonders auf die Auftritte der DJs.

Jedes Jahr lädt Radio Energy 13'000 Hörer der Sender in Zürich, Bern und Basel, ins Zürcher Hallenstadion zu einem einmaligen Konzert-Event ein. Und wie der Name «Energy Stars For Free» schon sagt, kostet die Super-Show mit zahlreichen Stars an einem Abend keinen Eintritt. Die Tickets kann man nicht kaufen, sondern nur bei Radio Energy direkt gewinnen. Das Programm ist bunt gemischt, wie das bei einem Radio auch im täglichen Programm nun mal so ist. Dafür hat es bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei, und oft entdeckt man an einem solchen Abend grossartige Künstler, die man sonst nie live angeschaut hätte.

Neben Stars wie Ellie Goulding, Tinie Tempah oder Bligg treten auch DJs auf - die man gut und gerne als die neuen Popstars bezeichnen darf. Zu diesem Thema wurde ich in der VIP-Lounge in eine interessante Diskussion verwickelt. Die Frage war, ob ein DJ wirklich auf die grossen Bühnen gehört und was er denn eigentlich leistet, verglichen mit den  «richtigen» Musikern? Früher wäre so etwas tatsächlich undenkbar gewesen, aber die Zeiten haben sich ja bekanntlich geändert...

Ursprünglich war ein DJ nie als Unterhalter gedacht - denn wenn er ganz einfach seinen Job macht und Musik mixt, dann ist es nun wirklich nicht wahnsinnig spannend, ihm zuzuschauen. In der Hip-Hop-Kultur, bei den Auftritten der Hip-Hop-Stars, ist es nach wie vor so, dass ein DJ zu jedem Konzert dazu gehört und dann normalerweise auch seine zehn Minuten bekommt, in denen er im Rampenlicht steht. Dann kann er seine DJ-Tricks zeigen und die Leute wunderbar damit unterhalten. Jedoch muss man hart trainieren, um sich diese Skills anzueignen, und die wenigsten der momentan angesagten DJs beherrschen solche Kunststücke. Was also tun? Nachwuchs-Star Alex Price löste das Problem ganz elegant, beanspruchte das Rampenlicht nicht für sich alleine und holte sich Verstärkung von zwei Sängern für den Auftritt. Zusammen rockten sie die Bühne - und langweilig war es definitiv nicht. Die 13'000 Energy-Gäste waren begeistert.

Der zweite Punkt in der Diskussion war schon etwas verzwickter: Darf ein DJ bei so einem Auftritt Musik von anderen Künstlern spielen? Nun ja, ich kenne keinen DJ, der an einem Club-Abend nur eigene Musik spielt, dies gilt auch für die ganz grossen Namen. Bei einem Konzert auf der Bühne, schätzungsweise 15 Minuten lang, sieht die Sache etwas anders aus. Zumindest, wenn man als DJ genug eigene Produktionen hat, die dem kommerziellen Publikum bekannt sind. Diejenigen beim «Energy Stars For Free» dieses Jahr hatten aber diesbezüglich einen schweren Stand. Das Publikum war absolut verwöhnt, da sie von jedem Act nur die Mega-Hits zu hören bekamen. Deswegen kann ich die Entscheidung der DJs verstehen, dass sie nicht nur ihre eigenen Produktionen spielten, sondern mit aktuellen Club-Hits mischten. 

Es ist immer eine Frage, ob man dem Publikum gefallen möchte oder ob man etwas Neues nahebringen will. Wobei Letzteres schwieriger ist, mehr Mut braucht und oft nicht geschätzt wird. Allerdings sind die wenigsten Künstler durch Kopieren zu Weltstars geworden. Zugute halten muss man den DJs aber, dass die Stimmung an diesem Energy-Abend absolut explodierte, als zum Beispiel «Animals» von Martin Garrix aus den Boxen ertönte. Und lieber 26'000 Hände in der Luft als 13'000 Tomaten, die in Richtung Bühne fliegen...

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs finden Sie im SI-online-Dossier.

VIP Virginia Gomez beim Energy Stars For Free
© ZVG

Sind DJs die neuen Popstars von heute? Virginia Gomez hat sich im VIP-Bereich umgehört.