Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Tribut an die DJ-Legende

Blogger und DJ Ramon Joss alias Ray Douglas mag Red Bull eigentlich nicht. Für einmal macht er aber eine Ausnahme. Dass die Firma mit den zwei Stieren eine Larry-Leevan-Kampagne unterstützt, findet er nämlich grossartig.
DJ Larry Levan Way Blog Saturday Night Fever
© via Larrylevanway.org

Wird die «New Yorker King Street» zum «Larry Levan Way»? Nach Ramon Joss hätte es die DJ-Legende verdient.

Ich trinke selten bis nie Red Bull. Die Zeiten, als roter Wodka gemischt damit mein Lieblings-Drink war, sind schon seit dem vorletzten Papst passé, und mein etwa dreimonatiges Experiment, zwei der Dinger zwecks Express-Wachwerden morgens auf leeren Magen zu killen, endete mit massiven Krämpfen.

Es schleckts aber keine Geiss weg, dass der schwerreiche Silberrücken Mateschitz und sein Unternehmen regelmässig Vorhaben und Veranstaltungen unterstützen, die es wirklich wert sind und erst dank deren Engagement Beachtung erhalten.

Larry Levan dürfte einer der prägendsten Einflüsse für DJs in aller Welt sein, und dies, ohne dass es die meisten jüngeren Vertreter meines Berufsstands überhaupt wissen. Er war ein verrückter Bursche und ein enorm kreativer Kopf. Wäre er dies nicht gewesen, wäre er in den spätern 70ern vielleicht nicht auf die Idee gekommen, Disco-Songs mit Beats zu unterlegen und aus ihnen längere Remixes zu formen. Und wäre er dies nicht, würde es das heutzutage als House bekannte Genre so vielleicht gar nicht geben.

Nun engagiert sich die Firma mit den zwei Stieren, genauer gesagt die Red Bull Music Academy, mit einer Kampagne dafür, dass in New York eine Strasse nach diesem Vorreiter der modernen Tanzmusik benannt wird. Und nicht nur die Energydrink-Firma tut dies, auch tausende Privatpersonen haben nicht vergessen, was Levan für das Nachtleben getan hat, und supporten das Vorhaben auf Larrylevanway.org. Eine entsprechende Petition existiert ebenfalls bereits, und gestern stieg aus diesem Anlass eine gigantische Outdoor-Party, just an der Strasse, die dereinst umbenennt werden soll und an der früher der legendäre Club «Paradise Garage» zu Hause war, Levans jahrelange Wirkungsstätte.

Ein Grund zur Freude für mich. Ein Schritt in die Richtung, dass das Nightlife langsam als Teil der Kultur wahrgenommen wird. Ich mag kein Red Bull trinken, hoffe aber, dass der Brand weiterhin solchen Aktionen Flügel verleiht.

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs gibts im SI-online-Dossier.