Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Auf nach Montenegro!

Als etwas vom Tollsten an ihrem Job empfindet DJ TapTap die ständig wechselnden Arbeitsorte und die immer neuen Erfahrungen, welche damit verbunden sind. Ab und zu erlebt sie ein paar richtig «schräge» Sachen, öfters aber dominieren spannenden und interessanten Erlebnisse. So war die Freude gross, als sie hörte, dass ein neues Reiseziel bevorsteht: Montenegro.
Altstadt von Ulcinj in Montenegro bei Nacht
© Getty Images

Die Republik Montenegro hat viel zu bieten und ist touristisch auf dem Vormarsch, findet DJ TapTap. 

Die Küstenregionen des Balkans gelten schon länger als Geheimtipp, vor allem Kroatien lockt im Sommer immer mehr partyfreudiges Volk an. Wunderschöne Strände am adriatischen Meer, eine grosse Auswahl an unterschiedlichsten Restaurants, perfektes Klima und auch kulturell hat diese Region so einiges zu bieten. Aber auch die benachbarten Länder seien sehenswert: Serbien, Bosnien, Albanien... Vor allem aber Montenegro steht sehr hoch im Kurs und der Tourismus bildet eine der wichtigsten Einnahmequellen im Sommer. So ist Montenegro seit einigen Jahren unter den drei wachstumsstärksten Reiseländern der Welt. Wow! Und das alles ging bis anhin total an mir vorbei.

Als Kind liebte ich das Märchen der «Roten Zora», welches ja genau in dieser Region, an der Adria spielt. Mit malerischen Fischerdörfchen und mutigen Einwohnern. Ob sich heute davon noch was finden lässt? Oder erwartet mich eine typische Nightlife-Region voller partyfreudiger Touristen? Ich habe meine Fragen schon vor der Reise notiert und kann nun aus eigener Erfahrung einige zum Teil überraschende Antworten geben.

Montenegro Airlines, wie ist das wohl?
Darüber gibt es nicht viel Spezielles zu sagen. Der Flug war rappelvoll und die Klimaanlage «duschte» beim Hinweg ein paar meiner Mitflieger. Das Interessante ist eher der Flughafen der Hauptstadt Podgorica. Einer der kleinsten, die ich je gesehen habe. Es gibt gerade mal sieben oder acht Gates. Sehr stressfrei, wenn man so landet oder startet. 

Montenegro, vom venetischen «montagna negra», bedeutet «schwarzer Berg». Ist das ein Hinweis auf die Landschaft, die mich erwartet? 
Eigentlich müsste es «grüner Berg» heissen! Das Land besteht wohl aus mehr Grünflächen als sonst was und ist trotzdem sehr abwechslungsreich. Vom Sand- oder Felsenstrand bis hin zu grünen Bergen. Alles da! Und im Winter kann man sogar Ski fahren, erzählen die Einwohner ganz stolz. Es ist einfach nur schön und man entspannt sich zwangsläufig. Zu meiner Freude gibt es keine Autobahn und wir müssen zwei Stunden Berg- und Küstenstrassen entlang fahren. Für Touristen wunderschön, doch die Einheimischen finden das nicht ganz so prickelnd. Zur Sommerzeit gibt es um Budva oft schlimme Staus die von 18 bis 22 Uhr dauern können.

Unterwegs legen wir noch einen Zwischenstopp in einem Supermarkt ein. Klar, muss ich den auch inspizieren. Als Erstes springt mir eine Toblerone ins Auge, sie kommt mir vor wie DJ Antoines Song «Welcome to St.Tropez» - beide haben die Welt erobert und verfolgen mich regelmässig auf Reisen. Ansonsten fand ich eher die (für warme Länder typischen) zahlreichen Stände mit frischen Früchten neben der Strasse toll. 

Anyway: Die kleine Stadt Kotter ist etwas vom Schönsten überhaupt, wie eine Filmkulisse aus dem Mittelalter - mein Hotel war ein ehemaliger Palast Napoleons und Geschichte ist an jeder Ecke zu finden. Jedoch nicht düster sondern eher verspielt. Ein Traum.

Kann man sich auf englisch gut verständigen?
Ja, mit Englisch kommt man ohne Problem durch. Wenn man mit den Leuten spricht, merkt man sofort, dass sie Bildung sehr wichtig finden, daher auch gerne Fremdsprachen lernen und auch sonst intelligent sind.

Wie ist das Partypublikum? Wie sind sie musikalisch drauf?
Momentan geben viele namhafte DJs aus aller Welt die Ehre in Montenegro. Jedoch kann kommen, wer will. Doch nichts läuft so gut wie Folklore-Abende! Immer freitags gib es anstelle von DJs Live Sänger/Bands und es herrscht ein jedes Mal volles Haus. Die Clubbesitzer nervt das ein bisschen. Sie geben sich grosse Mühe, die Leute an das Moderne, Internationale zu gewöhnen. Das freut jedoch mehrheitlich die Touristen. Weil die Einheimischen während des Kriegs von der Aussenwelt abgeschnitten waren, sind die heutigen Clubgänger mehrheitlich mit der eigenen Musik, also der Folklore, aufgewachsen. Und wie bei uns auch, lieben die Leute halt meistens das, was sie am Besten kennen. Wenn im Radio also 90 Prozent serbischer Pop gespielt wird, dann ist das absolut verständlich.

Was wir uns in jedem Land immer anschauen, sind die Getränkekarten und die so unterschiedlichen Preise. Was trinkt man in Montenegro und ist es teuer?
Für unsere Verhältnisse gar nicht. Ein Kaffee kostet etwa 1.50 Franken, eine Lounge im Club gerade mal 70 Franken für vier Leute - aber bei einem Monatslohn von 750 bis 1400 Franken ist das wiederum sehr viel für die Einheimischen.

Was mich alle Leute gefragt haben: Ist Montenegro gefährlich?
Nein. Ich habe mich dort sehr sicher gefühlt. Und die berühmten Zigarettenschmuggler, von denen man spricht, leider nicht gefunden! Haha.

Montenegro lebt im Sommer vom Tourismus und ich glaube, es wird in den nächsten Jahren noch einen zusätzlichen Boom geben. Es scheint die perfekte Feriendestination zu sein. Man hat tolle Clubs, gute DJs, fast immer schönes Wetter und tagsüber kann man das machen, was das Herz begehrt. Von Shopping über Sport bis unzählige historische Dinge anschauen - hier wird so Einiges geboten. Der Flug ist auch nicht weit, alles ist sehr unkompliziert. Jetzt fallen mir aber die Augen zu… Nach meinem Auftritt musste ich - nach einem kurzen Zwischenstop im Hotelzimmer - direkt zurück an den Flughafen und habe bis jetzt natürlich noch gar keinen Schlaf bekommen. So ist es halt, das DJ-Leben. 

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