Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

«Muschiclub» und andere dämliche Partys

Blogger und DJ Ray Douglas stolpert tagtäglich über sinnfreie, lächerliche oder kopierte Partynamen. Einige davon muss man einfach verewigen. 
Nightlife Blog Ray Douglas Partynamen
© Getty Images

Zum Abliegen: Blogger und DJ Ray Douglas amüsiert sich ab platten Partynamen.

Ein wichtiger Faktor bei der Programmgestaltung eines Clubs ist die Namensgebung für die verschiedenen Abende. Im Idealfall werden die Partynamen auf Mottos, Konzepte, DJs, Musiklabels und so weiter abgestimmt, verständlich für die Gäste und doch innovativ, eine richtig schön runde Sache halt. Doch dabei kann einiges schiefgehen.

Es ist gar nicht so einfach, sich immer wieder Neues und Stimmiges auszudenken. Hier sind Kreativität und Erfahrung gefordert. Wenn diese nicht vorhanden sind, oder man es sich einfach machen will, kommt oft ganz schön Seltsames dabei heraus.

Immer wieder ein probates Mittel, um garantiert tolles Publikum anzuziehen, sind mehr oder minder anrüchige Bezeichnungen. So veranstaltete beispielsweise der A2 Musikpark in Basel eine Weile den «Muschiclub» - Katzenjammer vorprogrammiert. Konsequent auf diese Linie setzten die Macher des ehemaligen Opera, mit Anlässen wie «Big Coglioni» (grosse Eier, passend zu Ostern) oder «Shit, zu früh gekommen» - Kommentar überflüssig. Neu betreiben selbige ja den WOW Club in Zürich und setzen die Tradition mit Anlässen wie «Handjob» fort, wobei hier sicherlich nur die flinken Finger der DJs gemeint sind. Ja ne, is klar, ne.

Spätestens seit dem Überhit «Sonnentanz» werden deutsche Überschriften gross gehandelt. Dies hat auch der Club Eighty Four in Winterthur erkannt und liefert mit «Bahnhofszoo», «Der Fünfte Tag» (eine Freitagsparty. Ja wirklich, dieser Anlass findet an einem Freitag statt. Krass oder?) oder «Der Donnerstag bereits am Mittwoch» (eine Party vor dem 1. Mai...) ganz grosse Würfe ab. Gerüchten zufolge steht der Laden zum Verkauf.

Wenn einem die Ideen langsam ausgehen, geht kopieren über studieren. Partys mit Namen wie «Cliché», «Adore» oder «Chic» gibt oder gab es fast in jeder Schweizer Stadt. Zufall. Am 26. April, dem letzten Samstag des Monats, steigt im St. Galler Casablanca eine Party namens «Fruits In The Mix». Die Jungs von Pasada, die im Backstage wirken und erfolgreiche Veranstalter in derselben Region sind, machen seit acht Jahren ihre «Frisch & Fruchtig»-Sause. Immer am letzten Samstag im Monat. Ebenfalls reiner Zufall, natürlich.

Dass man das Kind auch einfach beim Namen nennen kann hat übrigens der Zürcher Tausendsassa Renato Broccini kürzlich demonstriert. Sein neuestes Baby heisst schlicht: «Kei Ahnig und Du?»

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs finden Sie im SI-online-Dossier.