Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Fashion Nights

Dresscodes sind auf vielen Partys üblich, nur halten sich die Gäste oft nicht daran. Besonders in der Schweiz! Schade, findet Virginia Gomez alias DJ Tap Tap.
Nightlife-Blog: Virginia Gomez über Dresscodes an Partys
© Getty Images

Es wäre schön, wenn auch das Schweizer Partyvolk sich an Dresscodes halten würde, findet Nightlife-Bloggerin Virginia Gomez.

Privat trifft man mich eher selten auf der Gasse an. Letzte Woche jedoch lockte die «Guess Fashion Night» im Aura in Zürich!

Doch schon beim Begrüssungstrunk stellte ich überrascht fest: Fast niemand war in «Denim Chic», dem auf der Einladung angegebenen Dresscode, zu sehen. In den USA werden Kleidervorschriften immer strikt eingehalten. Dort würde man bei einem Verstoss nicht nur am Eingang unangenehm auffallen, sondern gar nicht erst in den Innenraum gelangen. Sogar in Deutschland wird allermeistens kein Einlass gewährt, wenn man sich nicht dem Event entsprechend kleidet.

In Zürich waren zwar viele schöne Kleider zu sehen, darunter jedoch wenig Auswahl an Denim. Schade! In der Schweiz nehmen die Leute Dresscodes wohl nicht mehr sehr ernst. Ausser bei der legendären Mykonos Party! Alle in Weiss - das funktioniert. Dort sind die Regeln aber auch strikt. Mitunter ein Grund dafür ist bestimmt, dass die Schweiz ein kleines Land ist, wo es nicht sehr viele Prominente gibt und kein Gastgeber diese aus Kleidergründen abweisen möchte.

Warum sich unsere Bevölkerung allerdings nicht daran hält, ist mir schleierhaft. Fashion spielt eine grosse Rolle und in den Clubs trifft man enorm viel gut und teuer angezogenes Partyvolk. Vor allem die Mädels verbringen am Wochenende regelmässig Stunden vor dem Spiegel, bevor sie sich ins Nachtleben stürzen.

Heutzutage ist der Ausgang einer der einzigen Orte, wo die Menschen sich noch wirklich chic machen. Von älteren Generationen wurde mir oft erzählt, dass es früher ganz normal war, sich fürs Theater, ein Abendessen oder für schöne Reisen in Schale zu werfen. Die alten Hollywood-Klassiker wären sicher nicht so charmant, wenn die Schauspieler in Trainerhosen anstelle von Anzügen oder schönen Roben vor die Kamera getreten wären. Hätte sich Marilyn Monroe nicht an den Dresscode gehalten und wäre im «Verflixten siebten Jahr» im billigen T-Shirt über den Luftschacht stolziert, so wäre aus dieser Szene wohl nie die Legende geworden, welche sie heute ist. Damit wurde der berühmte «Monroe Effekt» begründet.

Individualismus ist absolut wichtig, niemand soll denken, jeden Trend mitmachen zu müssen. Jedoch ab und zu, für ausgewählte Anlässe, würde ich es schon gut finden, wenn meine Generation auch mal etwas klassischer denken würde. Sich dem Programm entsprechend zu kleiden kann auch seinen Reiz haben. Und: Es ist auch respektvoll dem Gastgeber gegenüber.

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