Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Karriere mit Verfalldatum

Das Leben als DJ ist spannend und aufregend. Doch wird man älter, rückt das Thema Familie in den Vordergrund. Baby und Nachtleben? Ein grosses Dilemma, kann sich Bloggerin Virginia Gomez alias DJ TapTap gut vorstellen.
Nightlife Blog: Virginia Gomez über Karriere als DJ
© Getty Images

Sein Geld als DJ in Clubs zu verdienen, ist eine einzigartige Sache. Dennoch ist es ein Beruf, den man nicht sein ganzes Leben lang ausführt, ist sich Virginia Gomez sicher.

Unter anderem ist die Arbeit als DJ im Nightlife so spannend, weil man mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt kommt. Ich kenne niemanden, der schon als Kind Clubbesitzer oder DJ werden wollte. Eventuell liegt das auch daran, dass es bis heute in der Schweiz keine anerkannten Ausbildungen in diese Richtung gibt. Eigentlich ist jeder über einen Umweg in diesem Business gelandet. Dafür ist man dann auch von Menschen umgeben, die aus Leidenschaft ihre Berufe ausüben, und entsprechend kreativ geht es zu und her. Einsteiger sind im Normalfall jung und unbeschwert. Bei vielen ist es ein Zweitberuf oder bleibt gar ein Hobby.

Mit fortschreitendem Alter ist es aber oft der Fall, dass sich die Interessen verschieben und Themen wie Familie oder eine andere Art der Selbstverwirklichung wichtig werden. Auch als Clubgänger beginnt man ja irgendwann andere Dinge am Wochenende zu unternehmen - und verbringt nicht mehr jedes Wochenende bis zur Morgendämmerung im Nachtleben.

Wer länger im Nightlife bestehen möchte, muss irgendwann zwangsläufig Erfolge vorweisen können. Vor allem finanzieller Art. Ist das nicht der Fall, liegt es auf der Hand, zu seinem erlernten Beruf zurückzukehren und sich langsam aus der Partyszene zu verabschieden. Schwieriger ist es für Berufskollegen, die sich bewusst für das Ende der Karriere entscheiden, obwohl sie noch nicht müssten. Die Arbeit rund um Clubs ist zwar anstrengend, man geniesst aber auch viele Privilegien, von denen man sich nicht immer so einfach verabschiedet.

Momentan scheint bei den weiblichen DJs ein regelrechter Babyboom ausgebrochen zu sein. In der Schweiz sind gerade Tatana und auch DJ Sanja in freudiger Erwartung. Beide wollen nach einer Auszeit wieder hinter das Mischpult zurückkehren. Hier scheint mir das Dilemma als Frau leider wirklich grösser zu sein, als es bei den Männern der Fall ist - und das Umfeld spielt eine grosse Rolle. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die DJ-Mama-Karrieren entwickeln. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass sich die Interessen der zukünftigen Mütter enorm verändern werden, wenn der Nachwuchs erst einmal auf der Welt ist.

Generationenwechsel sind von der Natur vorprogrammiert. Viele der jetzt gerade angesagten Künstler sind in die Fussstapfen ihrer Eltern getreten und leben deren Traum weiter. Wer weiss, vielleicht feiern die Kids in 20 Jahren rund um Lovemobiles und tanzen zum Sound von little Tatana & Co. Wenn wir ihnen dann von den guten alten Zeiten erzählen, werden sie feststellen müssen, dass sich das Rad der Zeit weiterdreht. Ein junger DJ wird dann in der Sonne sitzen und mit den Worten «Unter Anderem ist die Arbeit als DJ im Nightlife so spannend...» eine Kolumne beginnen und fragend in die Zukunft blicken...

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