Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Es kommt Bewegung in die Clubs

In den Clubs findet eine Umorientierung statt - es wird wieder vermehrt getanzt auf dem Dancefloor. Warum Virginia Gomez alias DJ TapTap vom Wandel begeistert ist, verrät sie in ihrem neusten Blog.
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© Getty Images

Einfach nur Rumstehen und sich volllaufen lassen ist out - in den Clubs wird wieder getanzt.

In letzter Zeit verschwinden die musikalisch bunt gemischten «Mash Up Partys» immer mehr. Sprich: Clubs bieten ein differenziertes Programm, weg vom Einheitsbrei. Das gibt den verschiedenen Ausgangsszenen die Möglichkeit, sich wieder zu finden. In meinen Augen ist das super, denn jede Szene hat ihre Eigenheiten, die somit wieder vermehrt zum Vorschein kommen. Hier kann ich hauptsächlich nur für meine, die Urban- und Hip-Hop-Bewegung, sprechen - ich bin jedoch sicher, dass sich auch in der EDM-Szene einige Änderungen bemerkbar machen.

Es bewegt sich tatsächlich was im Club. Mehr als sonst, wenn es lediglich ums Sehen und Gesehenwerden geht. In meinem Fall bedeutet das: Das Publikum kommt spezifisch an eine Party, weiss in etwa, welcher Sound es erwartet, und befindet sich somit unter Gleichgesinnten. Nicht immer der gleiche Retortensound, sondern innovativere Abende, die - und das ist der Punkt - zum Tanzen animieren. In den letzten Monaten bildeten sich an meinen Gigs fast jeden Abend spontane «circles», es entstanden Battles und den Feiernden machte es sichtlich Spass zu zeigen, was sie drauf haben.

Oftmals ist es ja so, dass der DJ eine Show abzieht, die von den Gästen beäugt oder vielleicht fotografisch festgehalten wird. Ansonsten sind die Partygänger nicht gross gefordert. Was in meinen Augen aber das Ziel verfehlt. Dafür gibt es ja Konzerte, Modenschauen oder Fussballspiele… Eigentlich sollte der Job des DJs darauf ausgelegt sein, die musikalische Untermalung des Abends zu bieten. Im Mittelpunkt sollten immer die Gäste stehen. Mich freut es wesentlich mehr, wenn mein Publikum selber Spass hat. Abgesehen davon ist es auch gesünder, wenn sich die Leute bewegen und lachen, anstatt rumzustehen und aus Langeweile so viel zu trinken, bis sie schlussendlich umfallen - und das wärs dann gewesen mit der sportlichen Betätigung des Wochenendes.

Ein weiterer Grund für diesen neuen Trend kommt daher, dass Fernsehformate und Castingshows rund ums Tanzen enorm an Popularität zugelegt haben. Man kann sich zu bestimmten Sendezeiten kaum mehr von den wirbelnden Tanztalenten retten und das beeinflusst anscheinend auch das Bewegungsbarometer im Club. I like! Irgendwie macht es auch Sinn, die gute Soundqualität im Club zu nutzen und sich dazu zu bewegen.

Es ist absolut richtig, bequeme Schuhe anzuziehen, sich nicht darum zu scheren, was die anderen wohl denken mögen und einfach mal abzuschalten. Der Alltag steht schnell genug wieder vor der Tür. Das nächste Wochenende aber zum Glück auch.

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs finden Sie im SI-online-Dossier.