Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Vom Gampel zum St. Gallerfest

Blogger Ramon Joss alias DJ Ray Douglas hat ein anstrengendes Wochenende hinter sich. Am Freitag versetzte er die Festival-Besucher des Openair Gampel in Feierlaune, tags darauf regierte er das Mischpult am St. Gallerfest.

Vergangenes Wochenende führten mich meine Gigs einmal quer durch die Schweiz. Am Freitag war ich für das Beat-Chalet am Openair Gampel gebucht, am Samstag stand dann die grosse Feier vom Trischli-Club, anlässlich des St. Gallerfests, auf dem Programm. Zwei tolle und spezielle Events also, die für mich viele Eindrücke und Erfahrungen bereithalten sollten.

Viele Wege führen ins Wallis. Mein Navi entschied sich, mich über den Nufenenpass zu schicken. Und je mehr ich mich der Passhöhe näherte, desto düsterer und regnerischer wurde es. Aus Regen wurde Schnee, und als ich oben ankam, zeigte das Thermometer null Grad. Darauf war ich natürlich nicht vorbereitet, entsprechend vorsichtig nahm ich die Abfahrt ins Tal in Angriff.

Kaum in meinem Hotel in einem 700-Seelen-Dorf angekommen, machte ich mich auf den Weg an «Iischi Party». Schon im Hotel - und auch kurz darauf bei den Parkwächtern - machte sich bei mir der Eindruck breit, im freundlichsten Kanton der Schweiz gelandet zu sein. Dieser sollte sich nachher bei einem Raclette auf dem Festivalgelände bestätigen.

Generell war ich positiv überrascht von der lockeren Atmosphäre, die von den Securitys bis hin zu Scooter auf der Bühne alle ausstrahlten. HP Baxxter zeigte nach wie vor kaum Abnützungserscheinungen und hüpfte on stage wild herum wie eh und je. 

Danach war es Zeit, das liebevoll arrangierte Beat-Chalet zu beschallen. Zusammen mit dem Vizeweltmeister des RedBull3Style-Contests, DJ Byte aus Chile, und DJ Bazooka, der wie ich aus der Ostschweiz stammt, machte ich mich daran, die Meute wieder anzulocken. Der DJ vor uns hatte es nämlich, auf gut Deutsch, verkackt. Die beiden liessen in der Folge ein Feuerwerk auf die ausgelassene Gästeschar nieder, wie ich es noch selten gesehen hatte, und zählten schon an dem Abend zu meinen Top 5 der besten DJs, die ich dieses Jahr erleben durfte.

Kurz nach fünf Uhr war Schluss. Was folgte, war eine lange Wartezeit auf den Transferbus und eine endlos scheinende Heimfahrt, enge Strässchen hoch, bis ich kurz vor sieben Uhr in mein rustikales Hotelbett fiel.

Viel Schlaf gabs nicht für mich, schliesslich stand eine rund vier Stunden dauernde Fahrt nach St. Gallen an, wo das grösste Stadtfest der Region wartete. Aufgrund des strahlend schönen Wetters entschied ich mich erneut für den Nufenenpass. Diesmal störten nur gelegentlich Holländer mit Wohnwagen die rasende Fahrt über die schneebedeckten Berge.

In St. Gallen war schnell klar, dass sich die generell nicht von schönem Wetter verwöhnten Ostschweizer die Stimmung durch die tiefen Temperaturen nicht vermiesen lassen würden. Die Strassen waren schon früh gut gefüllt, die Menschen genossen allerlei Delikatessen und das berühmte lokale Schützengartenbier - und ich erneut ein Raclette.

Für mich standen gleich drei Auftritte rund ums Trischli auf dem Programm. Den Anfang machte ich um 10 Uhr mit Deep House im Hinterhof, danach sorgte ich vorne bei der Ausgangsmeile in der Brühlgasse für Stimmung und schliesslich heizte ich dem Partyvolk im Trischli ein. Der Club war schon früh bis auf den letzten Platz besetzt, und nach mir standen, so wollte es der Zufall, erneut Bazooka und Byte auf dem Programm. Spätestens, nachdem ich die Meister ihres Fachs nun zum zweiten Mal an diesem Wochenende hören durfte, war für mich klar: Bazooka ist zur Zeit der beste Open-Format-DJ hierzulande und der junge Chilene Byte wohl der Beste, mit dem ich je gespielt habe! Den Schluss des Abends liessen übrigens, wie schon tags davor, Bazooka und ich musikalisch zusammen ausklingen. Um halb sechs Uhr war Schluss, eine Stunde später liess ich mich erneut schwer wie ein Stein in mein Hotelbett fallen.

Mit zahlreichen Eindrücken, viel Motivation im Gepäck und massenhaft Käse im Bauch fuhr ich dann am Sonntagnachmittag nach Hause. Auch mit grosser Vorfreude, denn im September werde ich mich anlässlich des jährlichen «World Polo Cup» in Aserbaidschan aufhalten, wo genau zu der Zeit auch das Finale des diesjährigen RedBull3Style-Contests stattfindet. Dort werden meine neuen Freunde um den Titel kämpfen!

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