Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

SOS in Bangkok!

Mit hohem Fieber und Schüttelfrüst am Mischpult stehen - check. Virginia Gomez alias DJ TapTap hat sich in Thailand etwas aufgelesen und gelitten wie nie zuvor. Ihren gross angekündigten Auftritt abzublasen kam aber nicht infrage.

War jemand von euch schon jemals mit Fieber in einem Club? Oder mit einer Lebensmittelvergiftung? Wahrscheinlich nicht, denn das ist wohl das letzte, wonach einem der Sinn steht, wenn man krank ist. Ich musste diese Erfahrung letzte Woche machen - und das auch noch weit weg von zu Hause, in Bangkok... Aber von vorne:

DJ TapTap darf auf Asientour. Jackpot. Angefangen mit Singapur für die Formel 1, danach weiter nach Thailand mit Stop in Pattaya und Bangkok. Natürlich habe ich mich wahnsinnig darauf gefreut, so viele Abenteuer und noch mehr gutes Essen. Da ich schon mehrere Male auf Tour war, wusste ich, dass es kein Zuckerschlecken und relativ anstrengend werden würde. Aber von nichts kommt ja schliesslich nichts.

Die erste Herausforderung war, die Koffer für zwei Wochen so zu packen, dass die Airline mich mitfliegen lässt - sprich: kein Übergewicht und trotzdem alles Notwendige dabei haben. Laut meinem Terminplan würde ich sowieso erst die letzte zwei Tage etwas Zeit zum Shoppen zu haben. Unterdessen habe ich ein System mit diversen Necessaires (eines für Haarzeugs, eines mit Schminkzeugs etc.) entwickelt, denn wenn man alle ein bis zwei Tage das Hotel und die Stadt wechselt, muss es meistens schnell und praktisch gehen. DJ-Utensilien gehören natürlich ins Handgepäck, da schleppt man schnell acht Kilos mit, aber das ist unverzichtbar.

Erster Stop Singapur. Wie das beim Reisen so ist, kam ich mit Verspätung an. Trotzdem wollte ich unbedingt etwas von der Stadt sehen und etwas Zeit mit meinen Freunden vor Ort verbringen. Da opfere ich gerne meinen Schlaf, in fremden Hotelbetten schlafe ich eh nie besonders gut. Am nächsten Tag dann das übliche: Besprechungen, Soundcheck und Interviews. Danach wollte ich mir das Testrennen anschauen, aber es herrschte schon zwei Tage vor dem grossen Formel-1-Rennen Ausnahmezustand. Die Strassen waren überfüllt, alles dauerte dreimal so lange wie üblich. Zudem gab es Probleme wegen dem massiven Smog (es zogen Rauchschwaden von Indonesien herbei, weil Bäume verbrannt wurden), und die Fahrer hatten Mühe mit der Sicht. Am Ende mussten wir einsehen, dass der Auftritt wichtiger ist und das Erlebnis gestrichen werden muss.

Es folgte eine lange, aber sehr lustige Clubnacht. Mit wenig Schlaf gings am nächsten Tag weiter nach Thailand. Wieder mit Verspätung. Als ich endlich mein Team aufgegabelt hatte, fuhren wir mehr oder weniger direkt nach Pattaya. Im Bus holte ich dann etwas Schlaf nach. Dann der Auftritt - und wieder eine sehr lustige und lange Nacht. Am nächsten Tag hatte ich dann endlich «frei». Wobei: Es gab Besprechungen für Fotoshootings, die folgen sollten. Trotzdem konnte ich ein paar Stunden Pattaya geniessen und danach früh ins Bett gehen.

Am nächsten Tag brachen wir beizeiten nach Bangkok auf. Und vertrödelten wieder unglaublich viel Zeit mit Reisen. Trotzdem machte ich noch einen Shoot am Abend, todmüde. Am nächsten Morgen stand ich um 4.30 Uhr wieder auf - denn bekanntlich ist das Licht des Sonnenaufgangs am schönsten, und die Temperaturen sind dann noch aushaltbar. Dasselbe gilt auch für den Sonnenuntergang, den wir selbstverständlich auch nutzten.

So vergingen die paar Tage bis Donnerstag. Zwischendurch wechelten wir immer mal wieder Hotel und Location (wobei ich das Mövenpick 15 in Sukhumvit wärmstens empfehlen kann!). Ich hatte maximal drei Stunden Schlaf am Stück und bekam leider nicht viel vom Land mit. Aber die kleinen Momente dazwischen habe ich immer genossen. Und am Donnerstag vor dem Auftritt gingen wir wenigstens einmal richtig gemütlich essen.

Und dann passierte es. Zwei Stunden vor dem Auftritt hats mich ziemlich schlimm erwischt, ich lag halbtot im Bett. Ich konnte nicht auftreten, keine Chance. Ich konnte noch nicht mal meine Augen offen halten! Es folgte eine Krisensitzung (ohne mich). Die Clubverantwortlichen waren am Rotieren. Wochenlang machten sie mit mir und meinem Gesicht Werbung, sie verlangten mehr Eintritt als üblich und die Hütte war schon voll. Nicht erscheinen war also keine Option. Unterdessen hatte ich jedoch hohes Fieber und Schüttelfrost. Während ich fast ohnmächtig im Bett lag, bearbeitete mich meine liebe Stylistin Corinna. Irgendwie schleppten sie mich dann in den Club.

Wow, ich kann euch sagen, wenn man krank ist, sind der Lärm und die vielen Leute ein Albtraum! Wenn man dann noch plötzlich auf der Bühne steht und hunderte Augenpaare auf einen gerichtet sind, ist das alles andere als schön. Zum Glück habe ich schon so oft aufgelegt, dass es offensichtlich auch in diesem Zustand geht. Sogar mit CD-Playern, obwohl ich nur an Plattenspieler gewöhnt bin. Schliesslich gaben mir die grellen Lichter den Rest, aber immerhin habe ich fast eine Stunde durchgehalten und die Tanzfläche nicht leergeräumt. Mein Team beteuerte, wie stolz sie auf mich seien, aber ich wollte nur noch zurück ins Bett.

Meine letzten zwei freien Tage verbrachte ich dann grösstenteils mit Schlafen. Aber langsam geht es mir wieder gut, und trotz dieser Episode bin ich nach wie vor ein grosser Fan der thailändischen Küche. Das muss unbedingt gesagt sein: 99 Prozent kann man wirklich essen. Ich hatte einfach nur grosses Pech oder gar eine Lebensmittel-Allergie.

Die Moral der Geschichte: Man sollte immer dankbar sein, wenn man ein Bett zur Verfügung hat. Nicht allen Menschen geht es so gut. Zudem habe ich dieses Erlebnis für alle Leute, die mich beneiden, aufgeschrieben. Jede Münze hat zwei Seiten! Und ein bisschen hab ich die Story auch für mich selber festgehalten. Sollte ich mal wieder übermütig werden, kann ich hier alles nochmals nachlesen, um gleich wieder zur Besinnung zu kommen.

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