Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Pelzträger unerwünscht!

Zwei Neuigkeiten, eine Meinung: Blogger Ramon Joss alias DJ Ray Douglas beschäftigt sich mit einer geschickten Marketingaktion und einem neuen Barkonzept.
Blog Saturday Night Fever Ramon Joss Themenbild Pelz
© iStockphoto

Der Club Hiltl sperrt neuerdings Pelzträger aus.

Vergangene Woche gab es gleich zwei News, die die vermeintlich feine Gesellschaft Zürichs und deren Ausgangsverhalten ansprechen könnten. Das Hiltl duldet keine Pelzträger mehr im hauseigenen Club. Und das Café Felix am Bellevue schickt sich an, das lokale Nachtleben aufzumischen.

Um Ersteres ist eine Debatte entflammt - was mit das Ziel der ganzen Aktion sein dürfte. Rolf Hiltl und sein Team verstehen es, geschicktes Marketing zu betreiben. Dass wieder mehr Menschen Echthaarpelze von Tieren, die nur deswegen sterben müssen, tragen, ist erwiesen und beklagenswert. Dass das Tragen der Pelze gewisser Tiere aber wiederum nicht zwingend verwerflich ist, ist ebenso bekannt. Und so wären wir mal wieder bei der alten Thematik, dass pauschales Verurteilen oftmals von Ignoranz zeugt. Womit hier nicht das Hause Hiltl gemeint ist, das einmal mehr auf smarte Weise mediale Aufmerksamkeit erzeugt hat, sondern all jene, die ob der Aktion mit zwei Daumen hoch auf die Strasse gerannt sind. Ob solche Themen als Marketingaktionen geeignet sind, sei dahingestellt. Fakt ist, dass das Hiltl so auf etwas aufmerksam macht, dass ansatzweise in Vergessenheit zu geraten drohte, was definitiv nicht schädlich sein kann. Etwas leid tun mir bei dem ganzen die Selekteure an der Türe, die wohl die eine oder andere mühsame Diskussion führen werden müssen.

Das Café Felix wiederum würde sich sicherlich auch über Pelzträger als abendliche Besucher freuen. Gerüchteweise initiiert das Lokal seinen Eintritt ins Nightlife, da ein ehemaliger Mitarbeiter des Restaurant Terrasse um die Ecke dorthin gewechselt hat und seinem bisherigen Arbeitgeber die Stirn bieten will. Das Terrasse festigte in den letzten Jahren seinen Ruf als eine der einzigen Bars auf dem Platz, die den Hauch eines Clubs haben und somit als Alternative dazu zu sehen ist. Mehr Angebot von dieser Sorte dürfte gut ankommen - auch wenn an diesen Orten meiner Erfahrung nach vor allem langweilige Menschen langweilige Gespräche führen, meist nicht mit mal dem gegenüber, sondern via ihr Smartphone. Ob es also als Bereicherung des Nachtlebens gesehen werden sollte, dass man neu am Bellevue in zwei Läden gesehen werden und sehen kann, sei dahingestellt. Aber auch hier gilt - schaden kanns nicht.

Unter dem Strich kann man augenzwinkernd festhalten, dass durch beide Neuigkeiten weder das Rad noch das Ausgangsverhalten von Herrn und Frau Zürcher neu erfunden werden. Und wir uns getrost wieder den wichtigen Dingen des Lebens zuwenden dürfen.

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