Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Schweizer, kommt aus Euch raus!

Mehr Pfeffer im Hintern wünscht sich Zoe Torinesi vom Schweizer Partyvolk. Denn: Es kommt vor, dass die Bloggerin als Einzige ins stille Publikum johlt, um die Stars anzufeuern - und das findet sie alles andere als lustig!

Wir sind nicht offen wie die Amis und nicht heissblütig wie die Italos. Der Schweizer ist halt eher zurückhaltend und das finde ich an sich auch nix Negatives. Aber ab und zu wäre es schon schön, ein bisschen mehr Begeisterungsbekundungen zu sehen.

Am Samstag fand der zweite Teil der vier «Fashion IN!»-Abende in der Basler Bar Rouge statt. Der Modelcontest wird jeweils im Vorfeld einer Party durchgeführt und eine gute Freundin von mir organisiert das Ganze mit. Der Abend war super, es hatte viele Leute, die Mädels, die mitmachten, haben wirklich Potential. Und mit Peyman Amin in der Jury, den man aus «Germany's Next Topmodel» kennt, konnte ein wichtiges Gesicht für solch einen Anlass gewonnen werden. 

Den Teilnehmerinnen, alle zwischen 18 und 22 Jahre alt, sah man die Aufregung im Vorfeld an - echt «härzig». Backstage haben sie ein letztes Mal ihre Moves geprobt, haben sich gegenseitig Mut zugesprochen und waren ganz hibbelig. Schliesslich sind die meisten unter den Kandidatinnen noch sehr unerfahren und alle träumen sie von der grossen Karriere. 

Als es dann los ging und die ersten Kandidatinnen rausliefen, machten sie ihre Sache wirklich gut. Einigen von ihnen sah man die Nervosität an und um sie zu unterstützen, klatschte ich gleich los, pfiff wie im Fussballstadion durch die Finger, merkte dann aber, dass die anderen Leute im Publikum sich eher ruhig verhielten. Als Einzige wie ein Berserker rumzujohlen ist nicht wirklich lustig, darum hielt ich mich dann auch etwas zurück. 

Man erlebt immer wieder, dass Newcomer oder auch gestandene Stars auf der Bühne stehen und die Schweizer oft (natürlich nicht immer) eher ruhig sind und ihre Begeisterung zurückhalten. Gerade wenn ein junger Künstler oder Performer aus sich herauskommt, etwas riskiert, seinen Mut zusammenkratzt und etwas präsentiert, ist es doch schön, wenn er ermutigt wird. Manchmal habe ich das Gefühl, es gilt in der Schweiz als «uncool» seinen Emotionen Luft zu machen. 

Ich bin ein Schweiz-Fan und liebe unser Land und seine Menschen, nirgends würde ich lieber leben. Aber ein bisschen mehr Feuer im Hintern könnte uns manchmal nicht schaden... 

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs finden Sie im SI-online-Dossier.