Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

«Very crazy People da»

Wummernde Bässe, Riesenbrüste und aufgepumpte Muskeln: Bloggerin Zoe Torinesi war an der Miami Music Week - glaubte aber kurzzeitig, in Malle gelandet zu sein.

Heieieieiei!, sag ich nur, wenn ich an Miami zurückdenke. Zehn Tage lang Sonne, die Miami Music Week mit unzähligen Techno- und House-Partys war in vollem Gange. Überall Pool-Sausen, ständig wummernde Bässe, Riesenbrüste und aufgepumpte Muskeln, so weit das Auge reicht. Ich und eine Freundin begleiteten einige Jungs, die während der Music Week DJ-Sets spielen sollten. Wir dachten schon, dass wir dem einen oder anderen Festli einen Besuch abstatten werden, aber dass wir in einem Party-Inferno landen würden, damit hätten wir nicht gerechnet. Wir kennen ja alle die Bilder aus Malle, die uns auf RTL gezeigt werden, mit den torkelnden Jungs und den kotzenden Mädels... Halleluja. Genau so wars, wir hatten keine Ahnung, dass sich unsere Reise mit dem Spring Break kreuzen würde, und Betrunkene sind ja überall gleich. Da ist Miami wie Palma de Mallorca.

Anyway, nach zwei Tagen zogen die Springbreaker ab, und wir wagten uns wieder auf die Strasse. Es ist ja schon unglaublich, wie anders die Amis sind! Sehr offen, oftmals extrem nett, aber einfach echt total anders als wir. Am Anfang freuten wir uns darüber, wie schnell wir mit den Leuten ins Gespräch kamen, mit der Zeit nervte diese gewisse Oberflächlichkeit aber auch («You girls are aaawsome it’s sooo great to meet you!»). Trotzdem hatten wir nach zehn Tagen das Gefühl, wir seien schon zu Halbamis mutiert. Plötzlich kamen wir mit den schrägsten Anglizismen daher: «Hast du den third roomkey, babe?» Oder: «Das red Dress isch sooo niiice!» Oder: «Very crazy People da, gäll.» Hä? Vielleicht wären wir nach zwei weiteren Wochen mit aufgespritzten Lippen und Riesenbrüsten nach Hause gekommen. Nee, das dann doch nicht. 

Fazit: Auch wenn das Klima dort unten echt ein Traum ist, ich freue mich trotzdem wieder in der biederen Schweiz zu sein, in der die Leute zwar meist griesgrämig gucken, dafür grösstenteils doch etwas mehr Tiefgang haben. Und für viele Schweizer Jungs war die Music Week ein voller Erfolg. An unserem letzten Abend besuchten wir einen Gig unseres Schweizer Star-DJ Exportes Luciano und seinem Schützling Andrea Oliva. 1500 Partyanimals tanzten bis in die Puppen zu ihren Sounds und Musikerkollegen wie David Guetta, Tiësto, Sven Väth und sogar P.Diddy kamen, um Luciano zu hören. Das hat uns als Schweizerinnen schon bizzli stolz gemacht. Obwohl wir ja nix dazu beigetragen haben. Anyway, it was just great, you know.

Weitere «Saturday Night Fever»-Blogs finden Sie im SI-online-Dossier.