Saturday Night Fever

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Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Kunterbuntes Festival in São Paulo - aber ohne Chaos

Bloggerin Virginia Gomez war am «Lollapalooza»-Festival in São Paulo. Und zu ihrem Erstaunen war alles bis zur Perfektion durchorganisiert.

Unterdessen darf ich mich mit gutem Gewissen als alter Hase bezeichnen, wenn es um Festivals geht. Denn in den letzten zehn Jahren war ich an dem einen oder anderen. Als die Einladung für das «Lollapalooza» in São Paulo kam, durfte ich nochmals ein paar neue Erfahrungen sammeln.

Das Festival: Nur schon der Name «Lollapalooza» klingt speziell. Er ist schwer einzuordnen - und genau so ist auch die Philosophie des Festivals. Ein bisschen von allem: ein bisschen alternativ und ein bisschen hip. Ursprünglich wurde das Festival in den USA gegründet, dieses Jahr findet es aber gleich in sieben Ländern statt. Buenos Aires (Argentinien), Santiago (Chile), Chicago (USA), Berlin (Deutschland), Bogota (Kolumbien). Den Anfang machen aber die Brasilianer und zwar in São Paulo. 

Die Organisation: Das Festival war von A bis Z perfekt durchorganisiert - und das ist wahrlich eine Kunst in Südamerika. Es gab unzählige Verpflegungsstände, alles war perfekt ausgeschildert, das Personal war super freundlich und nirgends gab es lange Wartezeiten. Auch die Spielzeiten der Künstler wurden auf die Minute genau eingehalten. Die Soundqualität war durchs Band einfach nur top. Ich kann beim besten Willen nichts bemängeln.

Das Gelände: Das Spektakel fand auf dem «Autodromo de Interlagos» statt, der Rennstrecke der Formel 1. Grosser Pluspunkt: Das Gelände besteht nicht nur aus Rasen und ist somit relativ wetterfest. Zudem wurde das Terrain sehr abwechslungsreich geplant. Zusätzlich zu den Bühnen gab es auch noch einen richtigen Markt, auf dem man Fanartikel oder eine grosse Auswahl an handgemachten Wunderdingen finden konnte. Es gab mehrere Strassen mit den unterschiedlichsten Esswaren und gemütlichen Plätzen zum Sitzen oder einen zehn Meter hohen Turm, von dem man auf ein überdimensionales Luftkissen springen konnte - Adrenalin pur! 

Das Line Up: Ein kunterbunter Mix! Von Eminem über Jack Ü zu Florence and the Machine bis hin zu RL Grime, Flosstradamus, Die Antwoord oder Noel Gallagher von Oasis. Eines haben sie gemeinsam: Sie machen alle in ihrem Musik-Genre anspruchsvolle Musik. Die grösste Überraschung war für mich, als die Berliner Band Seeed auftrat und ihre deutschen Hits performte. Es war bombastisch! Auch die Brasilianer in der hintersten Reihe wurden von den Socken gerissen. 

Das Publikum: In diesem Punkt muss man die Brasilianer einfach lieben! Noch niemals habe ich so dankbares und feierwütiges Publikum erlebt. Beim Auftritt von Seed haben wohl die wenigsten verstand, worum es in den Texten geht. Aber trotzdem sind alle abgegangen. Die Atmosphäre war äusserst friedlich und entspannt. Und auch modetechnisch gab es einiges zu sehen. Die Leute waren sehr gestylt unterwegs, scheuten sich aber nicht, auch mal auf dem Boden zu sitzen oder wild im Staub herumzutanzen.

Das Fazit: Das Lollapalooza Festival auf dem Radar zu haben, lohnt sich definitiv - und die Berliner Ausgabe im September ist ja auch ganz in der Nähe.

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