Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Nightlife - das soll Spass machen und den Alltag verschönern, findet Bloggerin Virginia Gomez alias DJ TapTap. Guter Sound und tolle Lichteffekte sollen uns alle in eine andere Welt eintauchen lassen. Aber - leider! - auch in dieser Welt ist nicht alles Gold, was glänzt...
Virginia Gomez ueber Betrueger
© Getty Images

Auch als DJ muss man aufpassen, dass man sich bei Bookings nicht die Finger verbrennt.

Immer öfters hört man von «Internet Betrug», sei es mit Immobilien, privaten Daten oder eben auch rund ums Thema Nigthlife und DJ-ing. Alle diese Fälle haben etwas gemeinsam: Es wird mit den Träumen und Wünschen von Menschen gespielt. Das ist schlimm, keine Frage. Aber zum Glück kann man sich dagegen schützen und glauben darf man längst nicht alles - gerade wenn es wie ein Märchen klingt. Dann wird es nämlich auch eines sein…

Vor einigen Wochen ersuchten mich zwei junge Schweizer DJs, unabhängig voneinander, um Rat. Beide hatten sie eine Anfrage von renommierten Clubs aus den USA erhalten. In erster Linie wollten sie von mir wissen, wie man am besten verhandelt, wenn es um internationale Bookings geht. So weit kam es aber leider nicht. 

Meine erste Frage war: Kennst du diese Leute? Oder hast du jemanden in den USA-Ferien kennen gelernt, der für einen Club arbeitet? Als die Antwort Nein lautete, war die nächste logische Frage: Wie sind sie auf dich aufmerksam geworden? Internet oder Facebook sind in diesem Falle leider auch keine gewünschten Antworten. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man Bookings bekommt, wenn die richtige Person einen auflegen hört oder zumindest, wenn man von einer gewichtigen Person ausdrücklich empfohlen wird. Das Internet ist überfüllt mit Millionen von DJs, jeder behauptet er sei der Beste. Kein Club hat Zeit, sich diese alle anzuhören und dann zufällig einen virtuell auszuwählen.

Für mich war der Fall eigentlich schon klar, aber man zerstört ja nicht gerne Träume. Darum noch eine Frage: Was haben sie dir angeboten? Und hier kommt das wirklich Gemeine: Es war ein konkretes Datum, welches auf der offiziellen Homepage des Clubs auch tatsächlich noch frei war. Eine grosszügige Gage, zudem zwei Flüge - plus Hotel und Verpflegung. Also kein Risiko für den Künstler, logisch begannen die jungen DJs zu träumen und freuten sich riesig. Also schickte ich die Jungs nach Hause mit dem Auftrag: Erstens nachzufragen, warum sie für den Club so interessant seien und zweitens, wie das mit dem Artisten-Visum geregelt werde. Denn in den USA, wie auch in vielen anderen Ländern, sind die Regeln da sehr strikt und ohne besagtes Künstler-Visum ist ein Auftritt fast unmöglich. 

In der Zwischenzeit schaute ich mir die Homepage der Clubs genauer an und sah ausnahmslos bekannte DJ-Namen gebucht. Oje! 

Als dann etwas später die Nachricht kam, dass der Club neue europäische DJs suche, weil diese besser ins Konzept passen würden und das Artisten-Visum auch geregelt würde, da gingen mir auch langsam die Fragen aus. Klingt wirklich alles gut. Etwas zu gut. 

Am nächsten Tag löste sich das Rätsel dann auf. Die ominösen Clubmanager wollten das Geld für das Flugticket vorab, mit der Begründung, dass es so einfacher zu organisieren wäre und sie alles vor Ort zurückbezahlen würden. Spätestens hier muss jedem klar werden, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Natürlich waren die DJs sehr enttäuscht. Aber lieber ein Ende mit Schrecken, als einen Schrecken ohne Ende… Viele andere Nachwuchstalente scheinen den Betrügern nämlich auf den Leim gegangen zu sein, was sehr traurig ist. 

Im Zweifelsfalle könnte man den betroffenen Club direkt anrufen. Erstens hat man sofort Gewissheit und zweitens sind die Clubverantwortlichen sicher auch froh, wenn sie informiert werden, dass jemand in ihrem Namen dubiose Geschäfte abzuwickeln versucht.

Wie aber in jedem anderen Beruf auch, bekommt man als DJ nichts geschenkt und wer wirklich Erfolg haben möchte, muss vor allem Disziplin und Durchhaltevermögen mitbringen. Die Chancen, dass sich eines Tages dann alles auszahlt, die bestehen absolut. Ab und zu erfüllt sich dann eben doch ein Traum und einer der beiden junge DJ durfte vor kurzem in Spanien auflegen. Alles ging mit rechten Dingen zu und die andere Geschichte ist nun Schnee von gestern.

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