Serge Gainsbourg: Im Kino

Dank Serge Gainsbourg und dem Internet erinnere ich mich an längst vergessene Hausparties...
Ich wollte im Internet recherchieren. Nur kurz. Über Serge Gainsbourg, sein Leben. Nicht über den Film „Gainsbourg“ von Joann Sfar, der bald eine Euphorie-Welle in der Deutschschweiz auslösen wird. Dem alle – na ja, vielleicht nicht alle, aber viele – verfallen werden. Wetten, dass das Erotic-Duett mit Jane Birkin „Je t’aime… moi non plus“ die Charts erneut erobert. Wie damals 1969. Dieses skandalumwitterte Lied, das der Vatikan zeitweise verbot, das die BBC nicht sendete, das bei der älteren Generation grosse Empörung auslöste und bei der Jüngeren mit Enthousiasmus aufgenommen wurde.

 

Also, ich wollte doch nur kurz ins Internet. Zwei Stunden und 15 Videoclips später war ich immer noch drin. Unglaublich, dieser Kerl mit der rauen Stimme. Dieser kettenrauchende Provokateur. Dieser „Homme fatale“, dem die schönsten Frauen zu Füsse lagen. Juliette Greco, Brigitte Bardot, Jane Birkin. Und noch einige mehr! Und dann kamen sie, aus allen Windungen des Gedächtnisses, die Erinnerungen an jene Zeit, als ich noch jung war und das Lied an Hausparties abspielte und als mich mal ein junger Hühne auf einen Hocker hievte, um Wange an Wange tanzen zu können. Wie hiess er schon wieder?... Zum Film: Nicht verpassen!!!!!!!!!! Éric Elmosnino als Gainsbourg ist überwältigend. Ebenso fantastisch Laetitia Casta als Brigitte Bardot und nicht minder Lucy Gordon als Jane Birkin. Und last but not least unser kleiner Schweizer Kacey Mottet Klein („Home“, Schweizer Film 2009) als junger Gainsbourg, der zum Anbeissen süss ist.

Filmstart 22. April 2010

Kati Moser