Pauline Broccard

The Sound of Africa

SI-Volontärin Pauline Broccard arbeitet für drei Monate in Kenia beim Ringier-Nachrichtenportal Pulse Live. Sie schreibt über ihr neues Leben in Nairobi

Autofahren in Kenia – ein Abenteuer!

Zwei weisse Autos, ein Toyota, ein Mercedes, mitten in der Pampa in Kenia und acht junge Menschen – ich inbegriffen – die realisieren, dass dies keine so gute Idee war.
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© ZVG

Keine Chance: Die Strasse war noch nicht einmal gebaut.

Es war mein zweites Wochenende ausserhalb von Nairobi. Ich wurde eingeladen, um den Geburtstag eines kenianischen Freundes zu feiern und mit nach Naivasha zu fahren. Der Ort ist etwa eineinhalb Stunden von der Hauptstadt Kenias entfernt und ist unter anderem für seinen See mit vielen Flamingos bekannt.

Wir haben es bis nach Naivasha geschafft, haben auch den Geburtstag gefeiert. Aber wir haben auch zahlreiche Stunden im Auto verbracht. Denn das Wochenende barg zahlreiche Strassenabenteuer.

Strassenregeln sind eher Empfehlungen

Wegen des Verkehrs in Nairobi brauchten wir erstmals einiges länger als die vorgesehene eineinhalb Stunden nach Naivasha. Was nicht weiter schlimm ist. Wie Kenianer fahren, ist eine Erwähnung wert. Es gilt: Die Strassenregeln sind hier eher eine Empfehlung. Eigentlich ist es wie Tetrisspielen. Und noch nie habe ich jemanden eine Ampel respektieren sehen.

Meine Mitbewohnerin Anita sagte mir, als ich in Nairobi ankam: «Wenn wir die Strassenregeln befolgten, würden wir auf der Strasse leben.» Ich gebe ihr Recht. Ständig, wirklich ständig steckt man in Nairobi im Stau und angeblich kommt man hier schneller voran, wenn man die Regeln missachtet.

Wir boten eine regelrechte Show

Nun aber zum eigentlichen Abenteuer. Wir entschieden uns am Samstagnachmittag zu den Hot Springs zu fahren. Google Maps hat uns netterweise verschiedene Routen angezeigt und wir – selbstverständlich – haben uns für die kürzere entschieden. Und dann trafen wir mit zwei tiefliegenden Autos auf eine Steinroute, auf der die eigentliche Strasse noch nicht gebaut war. Für einen Jeep kein Problem, aber für uns... Dazu muss man noch sagen, dass das eine Auto am morgen früh noch einen Platten hatte von der Hinfahrt.

Vorsichtig versuchten wir die Autos durch diesen Schlamassel zu bringen. Stein für Stein. Wir fragten nach, wie lange denn die Strasse so sei? Bekamen zwei Antworten: «10 Minuten» und «15 Kilometer». Wir entschieden uns umzukehren. Es war absurd. Es war aber auf jeden Fall jeden Lacher wert (ich lache jetzt noch über diese Situation) und wir baten eine Show für Passanten, Velo- und Motorradfahrer oder Matatupassagiere. Klar ist: wir hatten genug Abenteuerfeeling fürs Wochenende.

Spotify Playlist «The Sound of Africa»:

Hier ein neuer Song auf der Spotify Playlist «The Sound of Africa».