Pauline Broccard

The Sound of Africa

SI-Volontärin Pauline Broccard arbeitet für drei Monate in Kenia beim Ringier-Nachrichtenportal Pulse Live. Sie schreibt über ihr neues Leben in Nairobi

Ein Hoch auf die afrikanische Chill-Kultur!

Mein erstes Jazzfestival in meiner temporären Heimat. Und was soll ich sagen, endlich konnte ich auch mal sehen, was auf der Bühne so abgeht. Ein Hoch auf die afrikanische Chill-Kultur!
Pauline The Sound of Africa
© ZVG

SI-Volontärin Pauline Broccard und ihre Mitbewohnerin Anita beim «Safaricom Jazzfestival» in Nairobi.

Ich sitze auf einem alten Vorhang unter dem grossen Festzelt und warte auf den nächsten Act. Wir sind am «Safaricom Jazzfestival» in Nairobi. Mit einem Glas Wein in der einen Hand, Pommes in der anderen, schaue ich mich um. Es reiht sich eine Massai-blau-rot-karierte-Decke nach der anderen, kenianische Familien plaudern, eine junge Mutter tanzt mit ihrem Baby. So habe ich ein Openair noch nie erlebt. Das Motto scheint: «Lass uns alle gemeinsam chillen und gute Musik hören.»

Wenn ich denke, wie es an einem Frauenfeld Openair, Paléo Festival oder Hallenstadion Konzert zu und her geht. Alle drängeln, drücken, der Grösste stellt sich doch sowieso immer vor mich (sorry, ich weiss, ihr Grossen könnt nichts dafür). Mit meinen 1.65m bin ich es aber gewohnt, den Künstler auf der Bühne eher herum huschen zu sehen, als zu performen. Gut, ich muss sagen, es ist mein erstes Jazz Festival, vielleicht ist das generell anders. Aber wenn alle sitzen, so wie an diesem Sonntagnachmittag im «Kasarani Training Grounds», sehe ich auch was. Jipii!

Da denke ich an ein kleines Konzert von William Fitzsimmons in der Roten Fabrik zurück. Wegen einem unhöflichen Pärchen, das sich einfach vor alle hingestellt hat, mussten wir alle aufstehen... «Sowas hätten wir hier niemals geduldet!», sagt meine Mitbewohnerin Anita, als ich es ihr erzähle. Ja, es gefällt mir hier, wie bereits gesagt, jede Woche mehr.

Und gute Musik gibts auch. Besonders gefeiert wurde Joja Wendt, ein Deutscher. Er hatte Glück, denn vor kurzem legte ein Österreicher hier in einem Club auf. Er war wohl nicht darüber informiert, dass Electro nicht wirklich gut ankommt. Somit blieb der Dancefloor leer. Upsi! Aber dieser Hamburger Wendt, der (!), er war wirklich sehr «charming». Innert einer Minute hat ihn das Publikum ins Herz geschlossen. Ich auch!

Spotify Playlist «The Sound of Africa»:

Hier ein neuer Song auf der Spotify Playlist «The Sound of Africa».