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The Sound of Africa

Kenianisches Konzert im eigenen Wohnzimmer

Hattet ihr schon mal ein Konzert in eurem Wohnzimmer? Unsere Bloggerin schon: In Nairobi. Und sie fand es fantastisch!

Pauline Broccard
Pauline Broccard

Ich bin noch im Pyjama, als der erste Künstler an der Tür klingelt. Meine Mitbewohnerin Anita sagte mir eine Woche vorher, dass diesen Samstag das nächste «Sofar Sounds» in Nairobi bei uns stattfinden würde. Das Projekt organisiert in 403 Städten weltweit intime Konzerte in Wohnzimmern von irgendwelchen Leuten. Nun waren wir die, die ihre Wohnung zu einer kleinen Bühne umgestalteten.

Um 15 Uhr soll das Publikum eintreffen. Die Organisation scheint sehr streng zu sein, Einlass bekommt nur, wer auf der Gästeliste steht. Und Anita konnte als Gastgeber nur fünf Freunde drauf setzen. Aber weder Anita noch ich wussten, dass um 13 Uhr schon der erste Sänger vor der Türe steht. Anita und ich haben viel gemeinsam - unter anderem, dass wir lange ausschlafen. Der Typ hatte Glück, dass ich mich entschieden hatte, endlich aufzustehen und die Küche für unsere Gäste bereit zu machen.

Sofar Sounds Nairobi

Das Konzert im Wohnzimmer unserer Bloggerin Pauline Broccard.

Sofar Sounds Nairobi/Facebook

Um 16 Uhr soll es pünktlich anfangen, ich sagte schon: Streng, auch der Zeitplan. Aber wir sind schliesslich nicht in der Schweiz. Um 16 Uhr war noch nicht mal die Hälfte der erwarteten vierzig Gäste da. Langsam haben es sich alle gemütlich gemacht: auf dem Sofa, Stühlen oder auf Kissen auf dem Boden. Bedingung: Es dürfen weder Fotos noch Videos aufgenommen werden. Ganz nach dem Motto: «Legt das Handy für zwei Stunden auf die Seite und geniesst das Konzert.» Das wars wert!

Jeder der vier Künstler holt das Publikum auf seine eigene Art ab, animiert uns zum mitsingen, erklärt uns wenigen «Mzungus» (Menschen europäischer Abstammung), was die Songtexte in Swahili bedeuten oder macht den Frauen im Raum Komplimente.

Mit den vierzig «random people» in unserer Stube haben wir uns auch gut verstanden, zwei sind sogar zum Abendessen geblieben. «Socializen» in Nairobi ist echt einfach!

Dieses Mal gibts kein neuer Song in die SI-Sportify Playlist, denn ich verlinke euch lieber ein Video von einem Sänger, der bei uns aufgetreten ist. Hört rein!

Für die, welche sie noch nicht kennen: Meine Spotify Playlist «The Sound of Africa».

Von Pauline Broccard am 20. März 2018