Pauline Broccard

The Sound of Africa

SI-Volontärin Pauline Broccard arbeitet für drei Monate in Kenia beim Ringier-Nachrichtenportal Pulse Live. Sie schreibt über ihr neues Leben in Nairobi

In Nairobi tanzt man mit dem Arsch

SI-Volontärin Pauline Broccard versucht, in den Clubs von Nairobi nicht wie eine Europäerin zu tanzen. Und gerät in Panik wegen der Eiswürfel in ihrem Gin Tonic. Dazu gibts viel Afropop - mit einer eigenen Spotify-Playlist!
Pauline Broccard
© ZVG

SI-Volontärin Pauline Broccard (r.) und ihre Mitbewohnerin Anita nach einer Nacht in den Clubs von Nairobi.

Kaum zwei Stunden bin ich in Nairobi, Kenia. Und schon lande ich in einem Club und tanze zu Afropop! Es hätte keinen besseren Start geben können. Meine 31-jährige Mitbewohnerin Anita mir den Koffer abnehmend so: «Ich gehe jetzt aus. Magst du mitkommen?» Und ich: «Sure!» Anita ist Kenianerin, arbeitet in der Werbebranche und führt mich gleich am ersten Abend in ihre Kultur ein.

Um in Nairobi auszugehen, muss man folgendes wissen: Sobald es dunkel ist, das heisst ab 18.30 Uhr, hält man sich nicht mehr auf der Strasse auf. Nicht, dass unbedingt etwas Schlimmes passieren würde, aber das machen einfach alle so. Und deshalb bestellt man sich via App ein Uber. Regel Nr. 1: Erst Taxi rufen, wenn man wirklich bereit ist. Da sind so viele unterwegs, dass innert drei Minuten einer sicherlich vors Tor fährt.

Regel Nr. 2: Wenn Kenianer ausgehen, dann gehen sie tanzen und zwar richtig. Miteinander reden kann man zuhause. Small Talk führen? Vergiss es. Die Musik ist so laut, dass in der Schweiz sicherlich zwei Angestellte am Eingang stehen und Ohropax verteilen würden. Und: «Hier tanzt man mit dem Arsch», erklärt mir meine Mitbewohnerin und macht es gleich vor. 

Ich versuche, tänzerisch nicht zu sehr als Europäerin aufzufallen und trinke meinen Gin Tonic. Plötzlich fällt mir ein: Was hatte mir der Arzt im Impfinstitut gesagt? «Trinken Sie nur gefiltertes oder gekochtes Wasser. Vermeiden Sie auf jeden Fall Eiswürfel.» Shit! Shit! Shit! – Zu spät. Blick nach rechts, Blick nach links, niemand hat «ohne Eiswürfel» bestellt. Ich ignoriere es und hoffe, dass ich nicht gleich in der ersten Nacht Durchfall kriege. Erst am nächsten Tag erfahre ich, dass dieser Club nur gefiltertes Wasser serviert. Uff, Schwein gehabt! Ob das alle machen, weiss ich nicht.

Den nächsten Tag verbringen Anita und ich in etwa so: Ausschlafen, uns über unsere Lieblingsserien wie «Friends» und «Gilmore Girls» unterhalten und uns Spareribs nach Hause bestellen. Besser hätte dieser Einstieg ins für mich neue Afrika nicht sein können.

Spotify Playlist «The Sound of Africa»

Weil ich täglich neue Songs zu hören bekomme, gibts jede Woche einen neuen Song in die Spotify Playlist «The Sound of Africa». Und zum Start gleich drei. Unbedingt reinhören!

Einer der angesagten Songs in den Clubs von Nairobi: