Split, Kroatien

Männerstudie und Sprachbarriere auf dem Weg nach Split

Die Strecke bis Sarajevo wird individuell zurück gelegt. Während die Mädchen von Ich bin auch ein Auto sich irgendwelche Lubovicer Seen ansehen wollten, fahren wir «Rørlegger» als Splittergruppe mit den Jungs von «Vanishing Point», «All In» und «SunSeeker» entlang der Küste.

Road Tripping ist eine grossartige Sache. Viel echtzeitiger als spätabends in Zürich in den Flieger steigen und zwölf Stunden später sieben Zeitzonen weiter rechts an irgend einer anderen Ecke der Welt ankommen. Der Nachteil: heute haben wir mehr oder weniger den ganzen Tag im Auto verbracht Für mich ist das überhaupt nur mit regelmässiger Zuckerzufuhr (zum Beispiel von Gelaterias) und möglichst dummen Funksprüchen (alle Teams sind mit CB-Funk ausgerüstet) machbar ist.

Dafür hatte ich Zeit, sieben Jungs zu studieren. Die sitzen ja allesamt normalerweise den ganzen Tag im Büro. Auf freier Wildbahn scheinen aber leicht andere Gesetze zu gelten. Kaum haben wir jeweils angehalten (meistens, weil ich mal musste), haben Adrian und Rogier die Dosen aus dem Kofferraum geholt und auf offener Strasse am «SunSeeker»-Buick rumgesprayt (frei nach dem Motto: besser wird’s nimmer!). Beobachtet hab ich auch den bekannte Steine-hoch&weit-Wurf sowie einen Versuch, an einer Eisenstange hochzuklettern. Gar nicht dazu passen will der dringende Wunsch von zwei anderen, in Split im Intimissimi lang haltbare, schwarze Unterhosen einzukaufen.

Andere Länder andere Uniformen

Als gute Trinkerin bin ich mit allen Toilettenwassern vertraut. Das erste Plumpsklo im Café in Zadar war ein eindeutiges Zeichen für das Vordringen in andere Zivilisationsformen. Auch die Kommunikation wird schwieriger. Kurz vor Split hatten wir unseren ersten Kontakt mit lokaler Polizei. «All In» ist, um uns die Pole Position abzuknöpfen, quer über eine Rabatte gefahren. Ohne den ums Eck parkierten Streifenwagen zu sehen. Der junge Herr im dunkelblauen Gwändli hat gleich beide Autos rausgewunken.

Scheiberunterkurbeln.
«Kroatisch?»
Kopfschütteln. 
Wir dürfen weitefahren.

Alex setzt ein nettes Lächeln auf, denn SUV sind auch hierzulande verpönt.
Strenge Miene, ernste Stimme: «You could kill this man.»
Alex, so überzeugend wie möglich: «I know this man! I did not want to kill him.» 
Auch er kommt ungeschoren davon.

Merke: Das Babylon’sches Gewirre hat durchaus eine nützliche Komponente.