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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Die Notfall-Barmaid - getrunken wird immer

Eigentlich freute sich Sarah Rüegger auf ein gemütliches Wochenende. Ohne Verpflichtungen. Doch es kam anders und so stand die Bloggerin plötzlich hinter einer Bar in Saas Fee.
Barmaid Saas Fee Drinks Blog Sarah Rüegger
© Getty Images

Sarah Rüeggers Quintessenz nach ihrem Abstecher hinter die Thresen: Getrunken wird immer.

«Ich hab irgendwie momentan das Gefühl, ich wär selber wieder in der Saison.» Dieser Satz entwischte mir am vergangenen Dienstagabend, als ich - einmal mehr - durch Saas Fee spazierte, von der einen Bar in die andere. Eigentlich hatte ich gar nicht vorgehabt, schon wieder in die Berge zu fahren. Schliesslich war ich über Silvester eine ganze Woche oben, hab gefeiert, stand auf dem Snowboard und habe eigentlich fast alle wichtigen Freunde auf einen Kaffee getroffen. Hatte mich danach auch auf mein Zuhause gefreut, einfach mal nur faulenzen, danach die aktuellen Aufträge angehen. Das zweite Wochenende des Jahres vergrub ich mich auch tatsächlich und ausschliesslich in meiner Könizer Wohnung. Programmpunkte: Essen, trinken, Liebe machen. Schön war das, es riss mich wirklich nicht nach Rambazamba-Town, nach Saas Fee.

Doch wie das im Januar in Saas Fee so ist: Der Monat der gebrochenen Knochen ist da. Schon zwei Bekannte haben sich den Finger, beziehungsweise den Arm gebrochen und wie ich das so kenne: mehr werden folgen. Und so bimmelte mitten in meinem Gammel-Wochenende meine Whatsapp-Verbindung in die Berge: «Sarah, wir haben ein Problem.» Ach ja, das Mädel mit dem gebrochenen Finger ist selbstverständlich die fixe Mitarbeiterin in jener Bar, wo meine beiden Freundinnen arbeiten. Dort war ich bereits nach Silvester kurz eingesprungen, als eine böse, von Touristen eingeschleppte super-resistente Megagrippe das Dorf fest im Griff hatte und auch die härtesten Kombi-Präparate nur noch den Effekt eines Tictacs hatten. Und so war mir völlig klar, was kommen würde: «Kannst du uns helfen?»

Klar, konnte ich. Und so wurde letzte Woche aus mir die Notfall-Barmaid. Für lediglich einen Abend fuhr ich zwei Stunden hoch nach Saas Fee, um meinen Freunden zu helfen. Und ich muss sagen: Ich habs tatsächlich immer noch drauf. Obwohl ich weder die Bar von der anderen Seite besonders kenne, noch irgendwie geübt hätte in den letzten achteinhalb Monaten seit meinem letzten Bar-Job.

Doch bei Bars scheint es zu sein, wie mit den Männern: Kennste einen, kennste alle. Bierzapfen, Cocktails mixen, Shots verkaufen: Alles lief so rund, als wäre ich nie weg gewesen, als lebte ich wieder 100-prozentig in Saas Fee, als wäre ich wieder ein Saisonnier. Und das ist echt gut zu wissen. Denn meine beiden Branchen, die Mode und der Journalismus, sind ja jetzt auch nicht die stabilsten und vielleicht läufts irgendwann nicht mehr so rund. Dann hätte ich auf jeden Fall noch ein Talent in der Po-Tasche: Alkohol verkaufen. Denn etwas weiss ich mit Sicherheit: Getrunken wird immer.

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