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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Das Mekka verarmter Wandervögel

Für ihre neue Heimat Saas Fee braucht Sarah Rüegger noch ein Paar Wanderschuhe. Die findet die Bloggerin nicht etwa im teuren Ferienort selbst, sondern in der Landi in Köniz - ein Schnäppchen.

«Wuuuujjjaaaaauuuu, shitshitshit!» Am Samstag gings in die Berge - eigentlich alles supi soweit - aber blöderweise merkte ich einen Tag vor Abreise, was mir noch alles fehlte, und da Saas Fee nun mal nicht grad eine niedrigpreisige Shopping Mall ist, hätte ich eigentlich einen Plan gebraucht, bevor ich wieder hoch gehe. Hätte ich gebraucht. Und: Hatte ich nicht.

Freitagmorgen, 7.30 Uhr. Kurz checken, was noch fehlt:

• Wanderschuhe (immernooooch!!!)
• Servicekleider (schwarze Hosen, weisse Shirts)

An sich nicht zu viel, um an einem Tag besorgt zu werden, wenn da nicht zwischendurch noch meine Cousine geheiratet hätte (gratuliere nochmal!!!) und ein Untermietvertrag für meine Zürcher Wohnung (ich gebs zu, ich kann mich noch nicht trennen) unterzeichnet hätte werden müssen, was dann blöderweise und unvermutet auch noch in einem über zweistündigen Quöllfrisch-Plausch mit neuem Untermieter im Kreis 3 ausarten musste.

So sah mein Zeitplan - zurück in Bern und eine Stunde vor Ladenschluss - schliesslich etwa so aus: 15 Minuten H&M für Servicekleider, mit anprobieren (ich schaffte es in zehn, ihr Anfänger!). Etwas schwerer war es dann, endlich preiswerte Wanderschuhe aufzutreiben. Doch für einmal hatte ich einen Plan. Denn jetzt kommt er (Trommelwirbel): DER Geheimtipp für verarmte Wandervögel wie mich. Das Mekka der finanziell verhinderten Möchtegern-Outdoor-Freaks. Das Eldorado der übermotivierten Saisonarbeiter. Die Landi. Ganz ehrlich - die Landi ist DER Shit für Wanderequipment. Also gings mit dem Bus nach Köniz.

Angekommen, sah das dann etwa so aus: Ich, immernoch aufgemotzt von der Hochzeitsfeier in Kleid, Klunker und Sandalen, steh in der Landi zwischen Tierfutter und Gartengerät, und probiere Wanderschuhe an. So einen Anblick sollte man nicht vorenthalten (siehe Bild). Übrigens war ich nach exakt 15 Minuten aus dem Laden raus, mit einem super Paar Wanderschuhen und einem bezahlten Endpreis, der nur ganz verschlagenen Geizhälsen kein schlechtes Gewissen beschert hätte. Da kann man aber echt mal stolz auf sich sein.

So. Danach ging ich übrigens Bier trinken.

Und später packte ich mal wieder mein Leben in einen Rucksack.

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