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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Endlich Festival!

Openair Gampel Blog
© via Twitter.com

Das Openair Gampel 2014.

Es war ja dieses Jahr echt zum Heulen. Nicht ein einziges Musikfestival konnte ich besuchen. Mal war es die Arbeit, mal eine an Privatkonkurs grenzende finanzielle Pleite: Ich konnte einfach nie hin. Gurtenfestival, Fusion - diese Namen klingeln sonst wie Freiheitsglocken in meinen Ohren und rufen ein freudiges Jauchzen bei mir hervor. Dieses Jahr entlockten sie mir gerade mal ein saures Grunzen: «Nein, da kann ich nicht».

Ja, und heute, wo ich das schreibe, ist Freitag und heute soll es tatsächlich noch wahr werden: Ich fahre ans Openair Gampel. Ja, mit mir und den Festivals ist das eh sone Sache, ich bin ja auch ein bisschen merkwürdig wählerisch. Denn: Mich kann man mit grossen Headlinern nicht locken. Eigentlich sind mir die sowas von egal. Am Festival sind es die kleineren, die überraschenden Auftritte, die für mich zählen. Und eben: die Atmosphäre. Ohne überhaupt an allen Festivals je einmal gewesen zu sein, habe ich eine persönliche Liste von No-Go-Festivals:

  • Open Air Frauenfeld: Eigentlich total meine Musik, aber null Bock, mir von 16-Jährigen die Schuhe vollkotzen zu lassen.
  • Open Air St. Gallen: Hab einmal dort gearbeitet. Seither traumatisiert. Stimmung empfand ich als extrem aggressiv, könnte daran liegen, dass jeder zweite mit einer ganzen Jack-Daniels-Flasche durchs Gelände torkelte.
  • Zürich Open Air: Gönne Zürich kein Festival, vor allem kein gekauftes. Keine Seele. Die aktuellsten und coolsten Acts kann man sich kaufen. Atmosphäre nicht.


Am Gampel war ich zwar zuletzt vor etwa zehn Jahren, aber ich habe es in guter Erinnerung, ich meine, es wird wohl eh halb Saas Fee da sein und auch sonst komm ich mit Wallisern gut aus. Gampel habe ich als gemütlich, überraschend und witzig in Erinnerung. Das muss reichen.

Ja, und da ich mittlerweile fast ein bisschen aus der Übung bin, festivalmässig (letztes Festival: Fusion, Juni 2013), zerbreche ich mir dieses Mal extrem den Kopf, was ich denn nun alles mitnehmen soll. In solchen Fällen tue ich gerne, was ich immer tue. Ich schreibe mir auf, was ich auf keinen Fall vergessen darf:

  • Das Ticket. Du Depp. (Ja das hab ich auch schon vergessen).
  • Schlafsack und Mätteli. Du bist zu alt, um irgendwo im Gras zu schnacken.
  • Regenjacke. Eine Lungenentzündung in deinem Alter könnte dich umbringen.
  • Wasser. Die Zeiten, als du dich nur von Bier ernähren konntest, sind vorüber.
  • Schmerzmittel. Falls das Wasser nicht reicht.
  • Kondome. Natürlich nur für die anderen. Safety first.
  • Nieren-Blasen-Dragees. Auf den Toiletten könntest du ja sonst was auflesen.
  • Salztabletten. Falls du mal wieder die Stimme verlierst.
  • Genügend Ersatzsocken. Aus Prinzip. Weil dir das deine Mama schon beigebracht hat.


Scheisse. Ich glaube, ich werde langsam zu alt fürs Festival.
Wünscht mir Glück.

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