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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

2014 - mach Dich vom Acker!

Bloggerin Sarah Rüegger blickt zurück aufs 2014. Ihr Fazit: Das war fürn Arsch. Zumindest, wenn es um Männer geht.
Sarah Rüegger Blog Silvester Jahresrückblick 2014
© Getty Images

Auf ein Neues, sagt sich Sarah Rüegger.

Ich mag ja Rückblicke nicht besonders. Das interessiert jedoch weder das Fernsehen, noch die Radiostationen, noch Zeitungen, Magazine und meine Mitmenschen - die verlustieren sich nämlich fröhlich mit ihren Jahresrückblicken und jauchzen mit einer rosaroten Brille auf der Nase über die «Highlights» des letzten Jahres und recyceln rührselig die Schlagzeilen zu den Toten des Jahres. Die erzielen mit dem Seich sogar noch super Quoten, Auflagen, Klicks und abendfüllende Gespräche.

Well, jedenfalls zwang ich mich letztens auch zu einem inneren und persönlichen Jahresrückblick, vor allem, weil nächstes Jahr die endgültige Beerdigung meiner Jugend ansteht und ich doch noch einmal wissen wollte, wo ich davor so stehe. Und fuck, 2014 war fürn Arsch, seien wir ehrlich. Beruflich ist zwar bei mir momentan alles paletti, jedenfalls muss ich nicht hungern, noch muss ich mich langweilen bei dem, was ich tue. Körperlich überstand ich das Jahr immerhin ohne Knochenbrüche, was ich 2014 schon hoch anrechne, auch wenn ich sonst fleissig meinen Spass mit Viren, Bakterien und Entzündungen hatte, was ich dem Leser zuliebe aber nicht weiterausführen möchte.

Privat war 2014 jedoch einmal mehr ein Jahrmarktbesuch mit viel Kotzen und wenig Zuckerwatte. Denn offenbar habe ich auch im 13. Jahr meiner Geschlechtsreife (die zähle ab dem Moment, wo ich mich nicht nur aus Neugier mit dem anderen Geschlecht in Form von Händchenhalten und merkwürdigen Küssen beschäftigt habe) noch immer ein Talent dafür, beschissene Männer anzulocken. Zielgruppe: Zwischen 19 und 30, mittelgut- bis gutaussehend, ungerechtfertigt eingebildet, konfrontationsscheu ergo feige, bindungsspastisch und in der Regel auch noch intelligent, was das ganze erst so richtig giftig macht. (Oder sie sind zwar super perfekt, leben aber blöderweise auf der anderen Seite der Welt.) Natürlich zeigt sich dies erst nach mehreren Treffen, oder wenns sonst schon irgendwie zu spät ist.

Dann zum zweihundertsten Mal die Suche des Fehlers bei sich selber, die mittlerweile oft geübte Selbstzerfleischung, wo man auch ein bisschen in Selbstmitleid badet, wenn man schon mal darf,...

...danach blinde Wut, bevor  die selbstschützende Erkenntnis kommt, dass die Defizite des andern die eigenen noch übersteigen, dass man doch besser dran ist ohne den Sozialkrüppel,...

...bevor man, ehe man sich versieht, beim motzenden Mädels-Stammtisch schon den nächsten Männerhintern anschaut.

Sowas ist recht lehrreich, da die gewonnene Routine mit der Zeit beim Vorankommen hilft.

So hat mich 2014 auch etwas gelernt: Ich habe ein geiles Berufsleben, ich habe geile Freunde, ich sehe mindestens 3 Jahre jünger aus als ich bin (und bin nicht fett geworden), ich bin mir meiner Defizite bewusst und eigentlich auch nicht auf den Kopf gefallen. Deshalb: Lass dich von den Motherfuckers bloss nicht mehr verarschen.

Deshalb muss ich mich auch mal bei 2014 bedanken, für weitere Erkenntnisse, wie es nicht laufen sollte. Und jetzt fuck off, 2014 und hallo 2015!

Im Dossier: Alle Blogs von Sarah Rüegger