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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Gerissen, gezerrt, gebrochen - die Krücken sind los!

Der Frühling ist im Anmarsch, der Winter Geschichte. Bloggerin Sarah Rüegger sagt, warum Saas Fee dieser Tage zum Krüppel-Dorf mutiert.
Schnee Krücken
© Getty Images

Noch ist der Schnee nicht ganz weg. Der Pistenspass aber trotzdem für viele.

Dieses Wochenende soll es ja noch einmal schneien, bei uns hier oben in Saas Fee, auf 1800 Metern über Meer. Dennoch gibt es nix zu diskutieren und zu deuten: Der Winter ist Geschichte und die Fluchtpläne für Ende Saison werden konkreter. Auch entspannen sich die Saisonniers zunehmend, Freitage und Gesichtsbräune nehmen Hand in Hand zu, und man trifft vermehrt Jungs und Mädels auf der Piste und im Ausgang, die zuvor diszipliniert geschuftet haben.

Proportional zu dieser Begebenheit nimmt aber auch ein Bild auf der Strasse zu, das sich gerade zu einem neuen Phänomen zu entwickeln scheint: Junge Leute, im Saft ihres Lebens - humpelnd, schleichend, hadernd an Krücken, versehen mit Gipsen und Schienen, garniert mit Verbänden und Wärmepflastern.

Jup, sei es der Übermut des Saisonendes, die langsameren Pisten durch die Frühlingssonne oder einfach die Post-Hochsaisons-Müdigkeit - die Verletzungen bei den Saisonniers hat Hochkonjunktur und für manch einen von ihnen ist die Saison bereits vorbei.

Hier eine kleine Best-of-Liste der Verletzungen, die im Krüppel-Dorf Saas Fee so umgehen (natürlich anonym):

  • A, weiblich: Krücken, Sehnen und Bänder versaut - wie und wo genau? Keine Ahnung, krankgeschrieben.
  • B, männlich: Gebrochenes Schienbein - irgendwie im Funpark versaut, steht wieder auf dem Snowboard, aber mit Schmerzen.
  • C, weiblich: Splitterbruch am Ellbogen, die Snowboard-Anfängerin stürzte bereits Anfang Saison unglücklich in der Talabfahrt, arbeitet wieder.
  • D, weiblich: Knochenabbruch an der Wirbelsäule, Landung im Park versaut, mit dem Helikopter ins Inselspital. Glück gehabt. Krankgeschrieben.
  • E, männlich: Harnriss am Fuss mit Bänderriss, Krücken. Treppensturz im Ausgang, als Ski- und Snowboardlehrer arbeitsunfähig.
  • F, männlich: Meniskus-Operation vergangene Woche, stand noch gar nicht richtig auf dem Brett, soll aber in einem Monat wieder Surfen können.
  • G, weiblich: Gebrochene Rippe von einem Hustenanfall. Arbeitet unter Schmerzen.
  • H, weiblich: Fuss zertrümmert beim Nachtschlitteln. Seit zwei Monaten arbeitsunfähig.


Das ist natürlich eine unvollständige Liste. Gerade beim Nachtschlitteln verletzen sich pro Woche wahrscheinlich gegen drei Leute (von wegen, Schlittlen ist voll easy). Ich kreuz mal die Finger und hoffe, dass ich ganz bleibe!

Alle «Stadt - Berg einfach»-Blogs finden Sie im SI-online-Dossier.