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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Kiss kiss, bye bye!

Zwei Jahre bloggte Sarah Rüegger für SI online. Doch jetzt ist Schluss. Zum Abschied listet sie zwölf Dinge auf, die ihr in den vergangenen Jahren ein Highlight nach dem nächsten beschert haben.
Sarah Rüegger Blog Stadt - Berg einfach letzter Blogbeitrag
© zvg

Zum Abschied gibts einen Kuss von Bloggerin Sarah Rüegger.

So, all good - and sometimes bad - things come to an end. Das ist nun definitiv mein letzter Blog. Jedenfalls für diese Plattform. Und wie sagt man so schön: Ein Auge lacht und eines weint und Abschiede sind das Letzte. Aber ich bin eigentlich ganz gut im Dinge-Beenden, jedenfalls, wenns um Berufliches geht. Trotzdem, etwas Wehmut kommt da schon auf, es kribbelt unter der Bauchdecke, in der rechten Gehirnhälfte, im Tränenkanal. Über zwei Jahre, über 110 Blogs sind es gewesen (kann gut sein, dass ich mich beim Nummerieren der Dateien mal verzählt habe, bin kein Zahlenmensch), jede verdammte Woche, ohne einmal zu schwänzen. Ich war meistens bei vollem Bewusstsein, oft müde, ganz selten mal angeschwipst, oft überarbeitet, zweimal verkatert und vielleicht einmal im Halbschlaf, als ich diese Texte rausgehauen habe. Ich war in meinen Worten meistens ganz ehrlich, habe manchmal etwas zensiert, vielleicht einige Male etwas überspitzt und ein halbes Mal halb geflunkert. Oft habe ich beim Schreiben gelacht, eine Handvoll Male geweint. Geschrieben habe ich fast so, wie es mir über die Lippen kommen würde, vielleicht mit ein paar Fluchwörtern weniger. Und immer habe ich geschrieben, was ich denke.

Ich habe Euch teilhaben lassen, wie ich in der Saison gelacht, geliebt und gelitten habe. Und wie es danach weiter ging. Habe nicht gelogen, wenn es mir schlecht ging, geteilt, wenn es mir gut ging. Der Blog wurde eine Art Tagebuch, ein Wochenbuch. Das ganze Paket wird hier archiviert und bis zum Ende des Internets und vielleicht darüber hinaus für alle abrufbar sein. Ihr könnt mir meinen Seelenerguss also auch dann noch vorhalten, wenn meine Finger zu zittrig sind, um ein Bierglas zu halten, ohne die Hälfte der Erde zurückzugeben, geschweige denn, in die Tasten zu hauen oder Euch eine reinzuhauen für Eure nachtragende Art. Meine letzten Tage als Twen sind hier eingemeisselt und vielleicht wird sich ein Nerd im Jahre 3015 ob dieser Banalitäten einmal schlapplachen, während er gerade Pause vom Hoaverboarden macht und es sich auf einer eben schnell 3D-gedruckten Hängematte bequem macht, einen Internetscreen aus dem vermeintlichen Nichts zieht und nebenbei noch etwas auf eine Welt schaut, die nur noch aus Inseln besteht.

Anyway, ich habe Euch im letzten Blog versprochen nach elf Dingen, die ich in den letzten gut zwei Jahren hasste, noch ein Gleichgewicht zu liefern. Und: Ich halte mein Wort, meine Lieben.

Hier sind zwölf Dinge, die ich in den letzten zwei Jahren wirklich geil fand:

  • Lieber spät als nie: Ich habe das mit der Saison wirklich durchgezogen. Und zwar gleich drei Saisons am Stück. Okay, das waren vielleicht zu viele, aber drauf geschissen. Auf jeden Fall: Ich habe sie konsequent durchgezogen. Mit allem, was dazugehört: Beer, Board, Sex and Rock n’ Roll. High Five!
  • Dank obenstehendem Punkt: Ich bin zwar keine super Snowboarderin, aber ich liebe es. Und ich bin sicher besser, als ich es je war. Und ich bin ein Winterkind geworden. Snow five!
  • Dank den beiden obenstehenden Punkten: Ich habe das Surfen für mich entdeckt. Habe dadurch viele Ängste und Blockaden überwunden. Das Meer wieder entdeckt! Nie mehr ein Jahr ohne Surfen, versprochen! Hai Five!
  • Dass ich als Naturaschblondine vor meinem 30. Geburtstag so ziemlich alle Haarfarben hatte, die ich je wollte: braun, schwarz, platinblond, lavendel, blau, pink, grün, violett in allen Schattierungen, hellgrün, rosa, grau und so ziemlich alles dazwischen. Hair Five!
  • You win some, you lose some: Aber mein richtiger Freundeskreis zeichnet sich langsam ab, auch dank Menschen, die ich in den letzten zwei Jahren kennenlernen durfte. Und ich weiss, Leute, ich strapaziere euch manchmal hart, verzeiht. Ich lieb euch. Heart Five!
  • Dass ich mit meiner lieben Laura unser Modelabel Costa Pineapples gegründet habe und es auch wirklich Menschen gibt, die uns lieben. Fashion Five!
  • Okay, nicht unbedingt für die Musiker, aber für mich: Dass ich Spotify entdeckt habe. Der verdammte Musikdienst kennt meinen Geschmack besser, als ich selbst. Clap clap Five!
  • Dass ich trotz allem noch an die Liebe glaube. Heartbeat FIve!
  • Dass ich trotz Unfällen, Leichtsinn und ausgenommen von ein paar kleinen Gebrechen noch immer gesund und ganz bin und meine geliebte Family und meine Freunde im Grossen und Ganzen auch. Healthy Five!
  • Dass es noch Menschen gibt, die Mitgefühl, Anstand und Vernunft haben und Menschen nicht nach ihrer Herkunft bewerten, sondern offen sind für jede Art von Schicksal und auch so denken, sprechen und handeln. Compassion Five!
  • Das tolle, geduldige und produktionsstarke Team von SI online, dass mir so einiges durchgehen liess. Dickes Merci Ihr Lieben! Es war eine gute Zeit! Doppel High Five!
  • Dass es doch einige Leute gab, die meinen Blog gelesen haben und das gerne. Sie haben sich über Facebook bei mir gemeldet, mich im Ausgang angesprochen, ich habe über den Blog sogar Kundinnen für mein Label generiert. Und da sind natürlich meine lieben Eltern, die keinen einzigen Eintrag verpasst haben (auch wenn ich ihnen deswegen manchmal kaum in die Augen schauen konnte). Merci euch allen viel-, vielmal für euer Feedback und eure Treue. Aber ein neues Blogkonzept steht bereits bereit: Edgy Chaos. Mehr will ich nicht verraten, aber ab spätestens Anfang Oktober werden wir bereit stehen. Ihr könnt uns dann via Google oder Facebook unter diesem Namen finden.

Bis dahin: liebt, reist, surft, boardet, küsst, rennt, chillt, richtet Euch nach der Sonne aus, tanzt im Regen, steigt auf Berge, springt in Seen, verbuddelt Euch im Sand, trinkt Rum mit Cola in einer Hängematte, lasst Euch tätowieren, geht offline, findet Euren Soundtrack, seid nicht nachtragend, tröstet Euch, verzeiht Euch, weint und lacht zusammen, erinnert Euch an die, die Ihr verloren habt, ruft Eure Oma an, findet Eure Seelenverwandten, steigt auf die Bar, verhütet, reibt Euch mit Sonnencrème ein, schreitet barfuss durchs Gras, esst Fondue, besorgt Euch eine neue Frisur, habt Mitgefühl, fürchtet Euch nicht vor dem Fremden, gebt einander die Hand, macht die Vorhänge auf, macht das Fenster auf und lebt. Merci für alles.

Kiss kiss, High Five und bye bye! <3

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