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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Herbst! Yeah!

Während sich die meisten Leute diesen Sommer über das schlechte Wetter geärgert haben, lachte eine leise ins Fäustchen. Bloggerin Sarah Rüegger liebt Kälte, Nebel und Regen. Und schreibt deswegen eine Ode an den Herbst.
Sarah Rüegger Blog: Spass im Herbst
© Getty Images

Herbstkrisen kennt Bloggerin Sarah Rüegger nicht. Für sie fängt der Spass erst jetzt richtig an.

Heute hab ich mich das erste Mal seit 2013 zu kühl angezogen. Und mich wie ein kleines Kind gefreut. Jawoll, es ist Herbst! Es ist ja keine Neuigkeit, dass ich seit Jahren die zwei kalten Saisons den nackig-heissen vorziehe. Dass ich es auch voll gut fand, dass der Sommer 2014 eher als Vorherbst zu bezeichnen war, muss ich deshalb hier wohl kaum noch erwähnen. Trotzdem: Wenn das Sonnenlicht im September in ein warmes Honiggelb kippt und sich die Szenerien draussen zwischen einem Lana-Del-Rey-Videoclip aus den Zeiten vor dem grossen Durchbruch und dem neblig-bedrückenden Marsch nach Mordor bewegen, erst dann bin ich ein richtiger Mensch, erst dann blühe ich auf.

Auch gar nicht neu ist, dass ich Listen mehr liebe als ein Feierabendbier nach einem Scheiss-Tag. Und deshalb hier meine Herbstliste, auf welcher jeder  Satz mit «Yeah!» enden könnte, würde ich nicht wissen, dass das ziemlich nervig wäre.

Herbst ist geil weil:

  • freestyle.ch ansteht!
  • die Menschheit endlich wieder in Pulli und Lederjacke unterwegs ist, statt in Hotpants und Leibchen mit 90ties-Appeal.
  • die gescheiterten Sommerromanzen und damit die alljährlichen Hoffnungen auf einen «Summer of Love» bereits lang genug in der Tonne liegen, damit man sich freudig der bitter-süssen Melancholie eines «The National»-Songs hingeben kann. Der sommerlich-verzweifelte Drang zur Promiskuität ist eh unsexy, echt jetzt.
  • es Anfangs Oktober eh keinen mehr interessiert, dass er nicht braun geworden ist in diesem Sommer.
  • wir uns die stumpfsinnigen Lalala-Lieder von irgendwelchen DJ-Amöben endlich nicht mehr anhören müssen, die untereinander um den fragwürdigen Titel des Sommerhits 2014 gebuhlt haben. Gabs eigentlich einen Sommerhit? Anyway, im Herbst ists wieder Zeit für richtige Musik.
  • ich mir weniger Gedanken über die Pediküre machen muss, die ich mir nicht leisten kann.
  • langsam die Strand-Fotos aus Facebook und die Po-Bilder-Doppelseiten von Promis auf Ibiza aus den Gratis-Zeitungen verschwinden. Wer zum Teufel hat eigentlich dafür gesorgt, dass plötzlich die ganze Welt einen Füdle-Fetisch hat? Also ich hab keinen. Po und Fetisch.
  • sich im Fitnessstudio wieder die Spreu vom Weizen trennt.
  • ich mir keine Flip-Flops mehr anschauen muss. Ich hasse die Dinger.
  • die Leute nicht mehr so schief schauen, wenn ich mit einer Mütze durch die Welt renne.
  • der Geruch von Schnee bereits in der Luft liegt.

YEAH!

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