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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Pleite, Single mit Ränzli - und super-enthusiastisch!

Nach der Wintersaison in Saas Fee spürt Bloggerin Sarah Rüegger endlich den Frühling. Will heissen: Sie begibt sich in Rehabilitation - inklusive Sport.
Themenbild einfach Frühling Sport
© iStockphoto/Getty Images

Sarah Rüegger nimmt hoch motiviert ihre neues Leben in Angriff: Sie treibt fünf Mal die Woche Sport.

Übrigens: Seit Neustem bin ich Super-Enthusiastin. Und zwar nicht einmal spezifisch-enthusiastisch, sondern eher in grund-enthusiastischer Stimmung. Und dabei hab ich grad im Moment wenig Grund dazu. Die Einrichtung meiner neuen Wohnung besteht aus einem Sofa, einem Bett und einem Arbeitstisch, zum Essen hab ich eine Schale und drei Pfannen, dies in der Ikea für 15 Stutz gab. Essen tu ich auf der Küchenablage, die auch mein momentanes Büro ist, da der einzige Ort in der Bude, wo mein 3G richtig funktioniert. Meine sämtlichen Konten sind zwischensaisonmässig leergeräumt und meine Haare haben seit Oktober keinen Profi mehr gesehen. Dazu kommt: Ich bin Single ohne Aussicht auf Besserung und seit ich nicht mehr fast täglich auf meinem neonpinken Brett stehe und abends hinter einer Bar rumrenne, wächst mir ein kleines Ränzli. Buuuh. Würden andere sagen.

Ich sag: Scheiss drauf. Arm war ich schon so ziemlich immer, Single auch, ab Ende Juli gibts wieder einen Lohn, der seinen Namen auch verdient und die kleine Fettdecke wegzubringen kostet nicht mal was. Ich denk mal, diese Woche ist auch bei mir endlich der Frühling ausgebrochen, meinen Lieben! Und ich glaub auch zu wissen, warum das Ganze so lange gedauert hat (mann, es ist immerhin schon seit einer Woche Juni!) - Saas Fee war schuld!

Ohne Scheiss jetzt, aber vergangenes Wochenende war erst und endlich endgültig Schluss mit der Wintersaison. Denn: Es ist erst fertig, wenn die letzte Fete gefeiert worden ist. Und die stieg letztes Wochenende. Und das ging so: Unsere Dorflegende und Chefdesigner (Label: nnim) Papa Phil hatte am Sonntag Geburtstag. Weil es aber nicht reichte, am Samstag im Club Perron 3 (das Fumoir ist im Fall wirklich grad auf dem Perron 3, ey!) reinzufeiern, lotste er einige von uns bereits am Donnerstag auf den Simplonpass zum ungepflegten Vorfeiern. Alter, im Nachhinein bin ich fast froh, dass ich es erst am Freitagabend da rauf geschafft habe, nachdem der Bier-Harassenlauf, dessen Nachwirkungen und diverse Nackteinlagen in freier Natur bereits auf Facebook archiviert worden war. Trotzdem - wir elenden sentimentalen Saisonniers konnten es nicht lassen, nach fünf Monaten Dauersaufen noch einmal deftig auf uns selber anzustossen mit Geld, das wir nicht haben. Schön wars, merci Phil und Jurek, alles gueti Mönsche.

Somit war am Sonntag das Thema Wintersaison 2014 unwiederbringbar abgestreift und ich wusste genau, was nun zu tun war: Geld sparen, Rehab zelebrieren. Und so entwickelte ich aus meiner grundsätzlich als Misere zu bezeichnenden Lage neue Motivation. Sport treiben (fünf Mal die Woche), wieder kreativ arbeiten, nur das Nötigste kaufen. Und es ist geil. Wie mein neues mir vorgenommenes Leben aussieht, erzähl ich in den nächsten Wochen. Ich hoffe, ihr bleibt bei mir.

Übrigens hab ich immer noch einen Wohnsitz in Saas Fee. So ganz weg kommt man eben doch nicht mehr.

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