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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Ein modischer Tiefpunkt

Dass das Thermometer plötzlich in die Höhe schoss, hat Sarah Rüegger mal wieder eiskalt erwischt. Jetzt steht die Bloggerin vor dem Problem: Was ziehe ich bloss an bei 30 Grad?
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© Getty Images

Flipflops? Shorts? Dann lieber schwitzen.

Oh ja, die letzte Woche war heiss. Sehr. Fest. Mega. Wie jedes Jahr überrascht mich der Sommer und bringt mich in eine blöde Situation. Denn wie immer, wenn ich aus dem Haus trete und mich wie im Innern eines Heissluftballons fühle und mir sofort ein Bergbächlein zwischen den Brüsten durchrinnt, frage ich mich, wie man dem Ganzen eigentlich adäquat begegnet. Also kleidungstechnisch. Ich bin ja weiss Gott kein Gfrörli, aber da es ja nicht einmal ein Umkehrwort für Gfrörli gibt (es Hitzigs?), frage ich mich manchmal, ob  ich die einzige mit diesem Problem bin. Im Moment fühlt sich ja offensichtlich der Grossteil der Schweizer Bevölkerung noch recht wohl bei fast 30 Grad Celsius und jammert auch nicht, während ich in den 5 Minuten von HB bis Büro nur so ächze.

Mein erstes grosses Problem: Sandalen. Ich habe echt nichts gegen Sandalen (nur gegen Flipflops, ich meine, warum?), aber erstens hatte ich bisher weder Zeit noch Musse, meine Füsse hübsch zu machen (bei den platten, deformierten Dingern ist das ohnehin kaum möglich), zum anderen halte ich es im klimatisierten Bürogebäude keine halbe Stunde mit nackten Füssen aus, weil ich dann im HOCHSOMMER FRIERE. Das kann doch nicht sein. Also: Sandalen sind raus, ausser ich habe frei.

Zweites Problem: Kurze Hosen oder noch schlimmer Hotpants. Ich bin echt nicht die, die sich über ein paar nette Mädchenbeine, die aus Hotpants schauen, beschwert. Ich finde, das sieht ja eigentlich ganz nett aus, und die Beine werden braun. Nur: Irgendwie fühl ich mich damit schon nicht mehr so wohl wie vor 10 Jahren, vor allem, seit bei den aktuellen Hotpants-Modellen der Arsch offensichtlich noch zum Bein gehört. Zudem mache ich mir mittlerweile komische Gedanken. Zum Beispiel, dass ich lieber einen Tag im ÖV stehen würde, als meine nackten Schenkel auf einem Zug-, Tram- oder Bussitz zu reiben. Und ich bin wirklich nicht der versessene Hygienetyp, echt nicht. Aber irgendwie: Igitt. Auch blöd bei Hotpants: Wenn ein überraschender Schauer die Temperatur bös nach unten treibt. Ich meine: Man kann dann ja schlecht einen Cardigan über die Beine ziehen, oder? Die Sprüche im Büro mag ich mir schon gar nicht ausmalen. Also: Hotpants und die meisten kurzen Hosen (wegen hässlich) sind raus. Und der Arsch bleibt drin.

Drittes Problem: Kleidchen. Ich denke, es liegt an mir. Ich fühl mich seit ein paar Jährchen irgendwie doof, wenn ich Kleidchen anziehe. Also so richtige Hängerchen. Oder auch lange Kleider. Röcke gehören eigentlich auch dazu. Overalls auch. Blusen im Prinzip auch. Und Hosenjupes (dass die wieder da sind - unglaublich). Ich find den Look eines Kleids oder Rocks ja eigentlich gut, doch ich habe das Gefühl, mich zu verkleiden. Könnte daran liegen, dass ich jetzt nicht das femininste Weibchen auf dem Baum bin, so von der Art her und mein Körper ist auch irgendwie näher an einem Teenagerjungen als an der jungen Bardot dran. Aber vielleicht gewöhne ich mich wieder dran, früher ging das ja auch. Also: Kleidchen vielleicht.

Nun ja, für mich heisst das im Prinzip: Meine Garderobe ist zurzeit auf T-Shirts und Leggins beschränkt. Mit Turnschuhen. Verschwitzten Turnschuhen. Die Haare ganz hoch zum Schweif gebunden. Und verlaufenes Make-up.

Ich hab es schon immer gesagt: Der Sommer ist keine gute Zeit für die Mode.

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