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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Zeit des Umbruchs - und der Langeweile

Es wird Frühling in Saas Fee. Und damit ist es vorbei mit den Touristen. Für Bloggerin Sarah Rüegger gibts nicht mehr viel zu tun. Und kein Job bedeutet auch keine Kohle.
Sarah Rüegger Blog: Saas Fee im Sommer
© Keystone

Ist die Wintersaison zu Ende, verschwinden die Touristen. Und Bloggerin Sarah Rüegger langweilt sich.

Stellt Euch mal ein Feriendorf vor - und keiner geht hin. Das ist Saas Fee im Moment. Es ist deprimierend. Der Berg wird jede Woche neu eingeschneit, aber die Gondeln stehen still. Im Dorf wirds langsam Frühling, aber keine einzige Terrasse lädt zum Verweilen ein. Fast alle haben Ferien, aber es ist keiner da.

Die handvoll Freunde, die mir noch geblieben sind, räumen ihre Studios. Sie suchen WG-Kumpanen, neue Wohnungen und vor allem Jobs. Es wird nicht einfach in dieser Sommersaison. Eigentlich ist es nie einfach im Sommer. Und einige meiner Freunde müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass es wohl keinen Platz für sie in Saas Fee haben wird. Die Gründe für die Jobnot: In den heissen Monaten sind die Belegschaften mancherorts bis zu zwei Drittel kleiner als im Winter. Gewisse Bars, vor allem im Après-Ski, sind im Sommer gar nicht erst geöffnet und viele der Familienunternehmen organisieren sich für die umsatzschwache Saison sogar fast ganz unter sich.

Und ich - ich bin mal wieder pleite. Jedenfalls für die nächsten zwei Monate. Ab Juni hab ich einen Job in Zürich. Aber bis dahin heisst es einmal mehr, dass ich wie ein Eremit leben werde: keine Partys, kein Shopping und sich am besten von Spaghetti und Tomatensauce ernähren. Ich kenne das schon aus der letzten Frühlings-Zwischensaison. Da gönnte ich mir sogar noch drei Wochen Urlaub (dieses Jahr wird ein Wochenende in Belgrad reichen müssen) und war danach komplett blank. Und dieses Jahr werde ich auch noch umziehen, was eine höhere Miete samt Kaution bedeutet. Zudem muss ich neue Möbel kaufen und halt den ganzen Kram, den man im ersten Moment oft vergisst.

Ja, es stehen grosse Umbrüche an. Für mich und auch für viele andere Saisonniers, die Saas Fee verlassen. Und es sind nicht wenige. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sagen kann: Jetzt ist es okay wenn ich gehe. Aber dazu bald noch mehr. Noch bin ich ja da.

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