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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Home is where my Heart is

Bloggerin Sarah Rüegger ist an so vielen Orten daheim, dass sie gar nicht mehr so richtig weiss, wo sie eigentlich zu Hause ist. Also hört sie einfach auf ihr Herz - und landet an ihrem freien Tag genau dort, wo sie sich am wohlsten fühlt. In Saas Fee.
Sarah Rüegger Blog: Saas Fee im Sommer
© Keystone

Auch wenns Bloggerin Sarah Rüegger erst nicht ganz so bewusst war: Während der Sommersaison vermisst sie die Berge von Saas Fee ganz schön heftig...

Es stimmt, ich bin viel unterwegs. Gerade kürzlich habe ich darüber nachgedacht, wo man eigentlich zu Hause ist - und zwar, als es um die Frage ging, wo ich eigentlich meine Steuern zahlen sollte. Ich habe durch Flat-Sharing ein WG-Zimmer in Saas Fee und eine Wohnung in Köniz, von der aus ich frei arbeite und mich während meinem Pendler-Fix-Job in Zürich zwischenstationiere. Ich habe Freunde in Bern, Basel und dem Wallis, in Zürich, Berlin, Barcelona, Island, England - und weiss der Teufel wo sonst noch überall. Meine Eltern wohnen zwar auch im Kanton Bern, aber dennoch eine Stunde entfernt. Nur meine Schwester, die wohnt zufällig fast neben mir. Wo also soll ich nun meinen Lebensmittelpunkt definieren?

Wie ihr vielleicht letzte Woche gelesen habt, ging es mir nicht gut. Nein, ich fühlte mich zerrissen und verlassen und überhaupt ziemlich unausgeglichen. Im Moment habe ich nur einen Tag frei in der Woche, denn es ist Fixjob-Time und ich habe mir vorgenommen, diesen einen Tag so gut wie möglich für meine seelische Genesung zu nutzen. Und auf einmal war glasklar, wo mir das am besten gelingen kann: Ich musste nach Saas Fee, musste in die Berge, musste meine kleine Familie sehen.

Es war mir wohl nicht klar gewesen, wie sehr ich die Berge vermisst hatte. Schon die Fahrt mit dem Zug nach Visp liess mich von Meter zu Meter zappeliger werden. Und erst die Busfahrt - diese wunderbare Busfahrt. Endlich wieder die altbekannten Kurven voraussehen, die an völlig irrationalen Orten gebauten Häuser belächeln, in Saas Grund wissen, dass es nur noch Minuten sind, bis ich sie wieder habe, meine gute alte Bekannte - die Bergkulisse von Saas Fee.

Ich atmete erst einmal ein. Es tat gut, zu sehen, dass ausser der neuen Jugendherberge noch alles beim Alten war. Es tat gut, zu wissen, dass ich mich nun einfach nur auf die Popcorn-Terrasse setzen musste, und dass nach und nach alle herkommen würden. Es tat gut, zu wissen, wie der Abend werden würde. Doch es tat nicht gut, zu wissen, dass ich nur für einen Tag bleiben sollte.

Und was für ein Tag es wurde! Ich hatte Glück. Ich wäre auch an jedem anderen Tag hoch nach Saas Fee gefahren, doch gerade vergangenen Samstag war das grosse Summer-Season-Opening angesagt. Das heisst, die Sommerpisten waren wieder offen und die Parkrats kamen zurück ins Dorf. Das bedeutete, dass viele meiner Saas-Fee-Freunde, die den Sommer ebenfalls im Unterland verbringen, extra an jenem Samstag auch da waren, um die Sommersaison einzuläuten. Die Familie war wieder vereint. Und ich mittendrin. Selig, zufrieden, glücklich. Home is where your heart is. Wenn das kein Zuhause ist, dann weiss ich auch nicht...

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