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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Das Vermeiden der drei grossen Silvester-Ks

Das Low-Budget-Girl mag Silvester nicht so besonders. Und da Sarah Rüegger an dem Abend hinter der Bar stehen und Drinks servieren musste, ging die Zeit schnell rum. Dennoch hat sie sich einige Ziele fürs neue Jahr gefasst.
Sarah Annina Rüegger Blog: Silvester hinter der Bar
© Getty Images

Sarah Rüegger feierte erst Silvester, als die Betrunkenen bereits weggetorkelt waren.

Bevor Ihr fragt: Von Silvester hab ich in etwa so viel mitbekommen wie Kylie Minogue an einem norwegischen Death-Metal-Konzert. Da ich ja mittlerweile an einer Bar im Dorf arbeite, gestaltete sich mein Abend aus dem Rumwerfen von Heineken-Falschen, dem Auftreiben von Eis und Longdrink-Gläsern, dem Mich-von-Besoffenen-anschreien-lassen sowie dem Mich-selbst-bekleckern mit mannigfaltigen Arten von Hochprozentigem. An sich ist das okay, denn ich mache mir aus Silvester etwa so viel wie aus Weihnachten.

Silvester ist teuer, es wird schlechte Musik gespielt, es stinkt nach Alkoholausdünstungen und Bier auf neuen Cocktailkleidchen, er kann den hohen Erwartungen nicht standhalten und endet meist mit den drei traurigen Ks: Kopfweh, Kotzen und/oder katastrophalem Sex.

Demnach war mein Silvester sogar recht gut: Als wir um 5.30 in der Früh uns noch in den Club mogelten, um uns ein Feierabendbier reinzuziehen, hatten sich die meisten Suchenden schon zum Koitus verzogen, die Übermotivierten hatten sich bereits von ihren Freunden vom Klo ins Hotelzimmer bugsieren lassen, und eigentlich waren da nur noch die unermüdlichen Tanzwütigen und die abgehärteten Trinker, die nichts umhaut. Keine Ellbogen in den Rippen, keine Hände am Arsch, keine Schlägereien mehr. Um 9 Uhr gings ins Bett und um 15 Uhr wieder katerfrei - aber todmüde - zur Arbeit. Alles in allem: Ich habe schon bedeutend schlechtere Silvesternächte erleben müssen.

Doch das Beste an dem Ganzen ist: Dieses Jahr wurde ich weitgehend von den unerträglichen guten Vorsätzen fürs neue Jahr verschont. Oh ja, Ihr könnts Euch denken: Auch davon halte ich etwa so viel wie davon, lebendig gehäutet zu werden. Nur gerade eine Bekannte will aufhören zu rauchen, da wünscht man ja viel Glück, versteht sich. Doch der ganze andere Quatsch wie abnehmen, weniger Trinken, die Liebe finden, mehr Sport treiben - gääähn. Sowas von unoriginell und grundsätzlich vor Ende Januar vergessen. Trotzdem habe ich mir einige Gedanken gemacht, was ich mir denn sonst so für Ziele setzen könnte, die ich mir vielleicht für wenigstens einen Monat hinter die Ohren schreiben könnte.

Schliesslich kam ich zu jenen Punkten:

  • Trotz Nachtarbeit früh aus dem Bett und wenigstens einmal die Erste auf der Piste sein.
  • Einen 360° stehen. Ich habe dazu sogar eine Wette: Stehe ich in meinem hohen Alter als Anfängerin einen 360°, muss ich mir eine Ananas tätowieren lassen (warum ausgerechnet eine Ananas? Dazu später).
  • Wieder Kleider machen.
  • Mehr schreiben. Wenn möglich ein Buch.
  • Meine momentan violetten Haare regelmässig färben, bevor sie wieder grau sind wie die meiner Oma.
  • Besser zuhören.
  • Die Welt retten.


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