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Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Ein knatschiger Sommerstart

Bloggerin Sarah Rüegger steckt in der Klemme. Der Sommer ist zwar da, die Möglichkeiten sind gross - aber die Arbeit wird nicht weniger. Und die Zeit wird schon gar nicht mehr.
Stress im Sommer Yoga
© iStockphoto

Ooom! Sarah Rüegger hat Stress und wäre jetzt lieber irgendwo am Meer...

Hurra hurra, die Sonne scheint und die Temperaturen sind wieder im Wohlfühlbereich. Auf den netten sozialen Medien erreichen mich zunehmend die ewig gleichen superhappy Ferienfötelis von den Kanaren, aus Thailand, Südamerika und weiss der Geier woher noch. Zahlreiche Textnachrichten locken mich zum Bräteln, Feiern und Wakeboarden. Zerstrittene Kollegen haben sich anscheinend unter dem Einfluss der Sommerfröhlichkeit wieder versöhnt und leben happy ever after. Und dann hat dieses Wochenende mit dem St. Galler auch noch die Festivalsaison angefangen, wie von allen Seiten freudig verkündet wurde, obwohl ich eigentlich dachte, dass die bereits vor zwei Wochen mit dem Greenfield Festival in Interlaken begonnen hat, aber offenbar werden die Ziegenbärtigen Lederjackenträger nicht unter Openairbesucher gelistet.

Also, eigentlich alles supi, nur: Ich hocke irgendwo knatschig dazwischen. Während der Sommer bei allen anderen alles so richtig ins Flutschen zu bringen scheint, läufts bei mir so gar nicht. Nach einer fetten Pechsträhne und nachdem ich das Geburtstagsdebakel am letzten Sonntag dann auch endlich endgültig überstanden hatte - mit einem verstauchten Daumen und einem Kater, so schwer wie Kardashians Hinterteil - rüste ich mich nun auch schon wieder für den nächsten grossen Kampf: Meine Wenigkeit gegen übervolle Auftragsbücher und Terminkalender.

Nun, Ersteres ist im Prinzip gut für mich, Letzters ja eigentlich auch (immerhin werde ich noch wohin eingeladen), nur blöderweise befinde ich mich einmal mehr in einem Stadium der maximalen Unmotiviertheit und Ineffizienz. Das heisst, dass ich zwar meine Arbeit mache - machen muss -, aber für alles und jenes viel zu lange brauche und dazu noch einen währschaften «Stei» ziehe. Ich habe keine Lust und sähe mich lieber ein GA-Reisli ins Tessin machen, wo ich Bellinis trinke und in Seen springe. Ich sähe mich einen spontanen Auslandstrip machen nach Barcelona, Lissabon oder so. Sähe mich wandern im Berner Oberland oder im Bündnerland, im Wallis oder der Innerschweiz und vielleicht eine kleine Mutprobe integrieren, wer weiss? Ich sähe mich auf dem Thunersee endlich das Wakeboarden erlernen oder vielleicht gar das Wakesurfen, das ist offenbar noch cooler, hab ich gehört. Es ist die grosse Krux des Sommers: Die Möglichkeiten sind gross, aber die Arbeit wird nicht weniger. Und die Zeit wird schon gar nicht mehr.

Nicht gerade hilfreich motivationstechnisch ist auch, dass mein Privatleben wieder einmal wie durch den Fleischwolf gedreht als Hackfleisch vor mir liegt, ein echter Abtörner für die Sommerlaune. Wenigstens hab ich an den Wochenenden genug Ablenkung: Bis zum 19. September habe ich kein einziges freies Wochenende mehr. Zwei Festivals, zwei Jungesellinnen-Abschiede, zwei Hochzeiten, einen runden Geburtstag, ein Engagement an der Streetparade, ein bisschen Surfurlaub und - schwups! - ist der Sommer um. Blöd nur, dass mir auch dies eigentlich gründlich gegen den Strich geht. Wer so verplant ist, kann kaum noch spontan handeln, dabei sah ich Spontanität immer als eine meiner hübschen Eigenschaften an. Doof nur, wenn einem das Leben selbst hier reinpfuscht.

Nun ja, ich habe keine Möglichkeiten: Ich muss jetzt reinspringen, in diesen Sommer. Ich hoffe nur, dass ich trotz des knatschigen, übellaunigen Starts zum Schluss mit einem Lächeln wieder rausspringe. Stay positive, oder so.

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